KHAN YOUNIS â Die LebensmittelvorrĂ€te der SOS-Kinderdörfer in Gaza sind nach Angaben der Hilfsorganisation vollstĂ€ndig aufgebraucht. âWir sind nun auch auf Essensausgaben angewiesen. Zu kaufen gibt es nichts mehrâ, berichtet eine Mitarbeiterin der Organisation in Khan Younis. In einem provisorischen Camp betreuen die SOS-Kinderdörfer derzeit 46 Kinder, die ihre Familien im Krieg verloren haben. Das ursprĂŒngliche SOS-Kinderdorf in Rafah wurde vollstĂ€ndig zerstört, das Team musste nach Khan Younis fliehen.
HumanitÀre Lage spitzt sich zu
Die Situation in Gaza verschlechtert sich tĂ€glich. âImmer mehr Menschen sterben auf der StraĂe an Hunger und Krankheiten. Die UnterernĂ€hrung nimmt zu, besonders bei SĂ€uglingen und schwangeren Frauen. Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein tĂ€glicher Kampf, medizinische Versorgung kaum noch vorhandenâ, schildert die Mitarbeiterin. Das Team versucht dennoch, den Kindern ein StĂŒck NormalitĂ€t zu bieten, macht Spielangebote, erzĂ€hlt Geschichten und bietet psychologische Hilfe an. âTrotz der traumatischen UmstĂ€nde sind die Kinder erstaunlich widerstandsfĂ€hig. Aber WiderstandsfĂ€higkeit alleine reicht nicht zum Ăberleben.â
Ein Moment des Lichts im Ausnahmezustand
Trotz Angst und Vertreibung feierte das Team kĂŒrzlich den ersten Geburtstag eines kleinen Jungen, der im letzten Jahr von den SOS-Kinderdörfern aufgenommen wurde, nachdem seine Mutter getötet worden war. âDas bescheidene Fest war einer der seltenen Momente, die ein bisschen Licht in das Leben der Kinder und Mitarbeitenden bringen. Sie erinnern uns daran, dass das Leben weitergehen muss und Liebe und FĂŒrsorge immer noch vorhanden sind.â
Forderung nach sofortiger Hilfe
Die SOS-Kinderdörfer fordern die internationale Gemeinschaft dringend auf, sich fĂŒr eine sofortige und bedingungslose Einfuhr von Lebensmitteln nach Gaza einzusetzen. âKeines der Kinder in Gaza ist verantwortlich fĂŒr das, was geschieht. Sie auf diese Weise zu bestrafen, ist zutiefst unmenschlich. Kinder sollten niemals hungrig schlafen gehen. Und niemals sollten wir zulassen, dass Kinder verhungern!â
