Freitag, 06.02.2026

MÜNCHEN – Großer Jubel im Tierpark Hellabrunn: Nur wenige Wochen nach dem Einzug der Bayerischen KurzohrmĂ€use in das neu gestaltete Maushaus gibt es bereits erfreuliche Nachrichten. Bei der stark bedrohten Mausart kam der erste Nachwuchs zur Welt.

Geheimnisvolle MĂ€use galten als verschollen

Die Bayerische Kurzohrmaus zĂ€hlt zu den geheimnisvollsten WĂŒhlmausarten Europas. Wie ihre Verwandten lebt sie Ă€ußerst scheu und verborgen unter der Erde – doch im Gegensatz zu ihnen ist sie extrem selten. Erstmals entdeckt 1962 bei Garmisch-Partenkirchen. Nach jahrzehntelangem Ausbleiben von Nachweisen galt sie als verschollen, bis dem Bayerischen Landesamt fĂŒr Umwelt im Jahr 2023 nach intensiver Suche erneut Funde bei Mittenwald gelangen.

Seltenste SĂ€ugetierart der Welt

Aufgrund ihres winzigen, stark isolierten Verbreitungsgebiets und der sehr kleinen Population wird die Bayerische Kurzohrmaus in der Roten Liste Deutschlands als „ausgestorben oder verschollen“ gefĂŒhrt, in Österreich gilt sie als „vom Aussterben bedroht“. Damit ist sie vermutlich die seltenste SĂ€ugetierart Europas – möglicherweise sogar weltweit.

Kuratorin begeistert ĂŒber Zuchterfolg

Die zustĂ€ndige Kuratorin Lena Bockreiß zeigte sich begeistert ĂŒber den Zuchterfolg: „Wir freuen uns sehr ĂŒber den ersten Nachwuchs unseres Zuchtpaares. Dieser kleine, aber bedeutende Erfolg zeigt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben und auf diesem Zuchtpaar aufbauen können, um die Erhaltungszucht fĂŒr diese sehr seltene Mausart zu unterstĂŒtzen.“

Kooperation mit Alpenzoo Innsbruck

Hellabrunn arbeitet eng mit dem Alpenzoo Innsbruck zusammen, der eine Vorreiterrolle im Schutz der Bayerischen Kurzohrmaus einnimmt. Durch koordinierte Zuchtprogramme kann sowohl eine genetische Reserve aufgebaut als auch langfristig der Schutz der Art im natĂŒrlichen Lebensraum unterstĂŒtzt werden – etwa durch Auswilderungen.

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