Mittwoch, 04.02.2026

MÜNCHEN – Die Feuerwehr München setzt seit Anfang Dezember 2025 ein automatisiertes Drohnensystem im Pilotprojekt ein. Die zwei Drohnen konnten bereits über zwanzigmal bei wichtigen Einsätzen eingesetzt werden und lieferten Bildmaterial, das Einsatzkräfte ohne Gefährdung erhalten konnten.

Bei einer Meldung eines möglicherweise in einen zugefrorenen See eingebrochenen Kindes überflog eine Drohne die Eisfläche und lieferte den Einsatzkräften entscheidende Informationen. Eine Einbruchstelle konnte nicht festgestellt werden, niemand kam zu Schaden. Auch beim schweren Busunfall am vergangenen Wochenende in Trudering half die Drohne bei der Erkundung. Bei Bränden in einer Küche und unter einer Brücke lieferte die Wärmebildkamera wichtige Erkenntnisse.

Drohnen bieten schnelle Lageeinschätzung

Die automatisierten Drohnen starten bereits 33 Sekunden nach der Alarmierung und sind damit häufig noch vor den Einsatzkräften an der Einsatzstelle. Der längste Einsatz dauerte 26 Minuten, bei dem die Drohne 17,6 Kilometer zurücklegte. Insgesamt waren die beiden Drohnen über sechs Stunden in der Luft, mit einer Gesamtflugstrecke von 197 Kilometern.

Oberbranddirektor Wolfgang Schäuble, Leiter der Feuerwehr München, zieht ein positives Fazit: „Mit den automatisierten Drohnen erhalten wir schon auf der Anfahrt ein deutlich besseres Lagebild. Alle Drohneneinsätze haben reibungslos funktioniert und sie haben uns geholfen, den Einsatzort zu verifizieren und die Lage vor Ort noch besser einschätzen zu können.“ Die Feuerwehr dokumentiert jeden Drohneneinsatz detailliert, um möglichst viele Erkenntnisse zu gewinnen.

Standorte decken gesamtes Stadtgebiet ab

Die automatisierten Drohnen stehen in Dockingstationen auf der Feuerwache 4 – Schwabing und der Feuerwache 5 – Ramersdorf bereit. Durch die Lage der beiden Standorte wird das gesamte Münchner Stadtgebiet abgedeckt. Das Ziel des Projekts besteht darin, Erfahrungen im operativen Einsatz zu gewinnen und das Potenzial automatisierter Drohnensysteme zur Verbesserung der Einsatzführung zu evaluieren.

Nach Abschluss der sechsmonatigen Erprobungsphase folgt eine umfassende Auswertung, auf deren Basis über die zukünftige Nutzung der Technologie entschieden wird. Für das erste Quartal 2026 ist eine Ausdehnung des Projektes durch einen dritten Drohnenstandort im Landkreis München vorgesehen.

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