Samstag, 10.01.2026

BAYERN – Die JugendkriminalitĂ€t in Bayern nimmt alarmierende Ausmaße an. Das Bayerische Landeskriminalamt veröffentlichte erschreckende Zahlen im Jahresbericht „KriminalitĂ€t und Viktimisierung junger Menschen in Bayern 2024“. Besonders bei Gewaltdelikten steigen die Zahlen dramatisch.

Kinder schlagen immer hÀufiger zu

Die Entwicklung bei der GewaltkriminalitĂ€t ist erschreckend: Bei gefĂ€hrlichen und schweren Körperverletzungen fĂŒhren Kinder mit einem Anstieg von 13,2 Prozent beziehungsweise 14,1 Prozent die traurige Statistik an. Jugendliche folgen mit Steigerungen von 8,1 Prozent und 6,5 Prozent, wĂ€hrend Heranwachsende nur moderate ZuwĂ€chse von 1,9 Prozent und 1,2 Prozent verzeichnen.

Noch drastischer sieht es bei vorsĂ€tzlichen leichten Körperverletzungen aus: Die Zahl der tatverdĂ€chtigen Kinder schnellte um erschreckende 17,2 Prozent in die Höhe. Bei Jugendlichen stiegen die Zahlen um 3,6 Prozent, wĂ€hrend bei Heranwachsenden sogar ein RĂŒckgang von 7,6 Prozent zu verzeichnen ist.

Raubdelikte und „Abziehen“ nehmen zu

Auch bei Raubdelikten zeigt sich ein beunruhigender Trend: Kinder und Jugendliche verzeichnen Anstiege von 10,6 Prozent beziehungsweise 15,8 Prozent. Die Studie deckt auf, dass das typische „Abziehen“ unter Jugendlichen oft subtiler ablĂ€uft als klassische RaubĂŒberfĂ€lle. Die TĂ€ter suchen sich gezielt Opfer der gleichen Altersgruppe aus, zu denen bereits ein loses BekanntschaftsverhĂ€ltnis besteht.

Die AnnĂ€herung erfolgt hĂ€ufig unter einem Vorwand – beispielsweise durch die Frage nach einer Zigarette – oder ĂŒberfallartig durch Ausnutzung eines Schreckmomentes. Neben Geld stehen besonders Markenkleidung und Accessoires im Fokus der jugendlichen RĂ€uber.

Schulen als Tatort der Gewalt

Besonders alarmierend: Die GewaltkriminalitÀt an Schulen nimmt massiv zu. Im Jahr 2024 registrierten die Behörden 14,7 Prozent mehr junge TatverdÀchtige in Schulen als im Vorjahr. Die Bildungseinrichtungen entwickeln sich zunehmend zu Brennpunkten der Jugendgewalt.

Pornografie-Delikte explodieren

Ein weiterer schockierender Trend: Bei der Verbreitung pornografischer Inhalte verzeichnen alle Altersgruppen deutliche Anstiege. Kinder fĂŒhren mit einem dramatischen Anstieg von 48,5 Prozent, gefolgt von Heranwachsenden mit 20,7 Prozent und Jugendlichen mit 8,7 Prozent.

Trotz der alarmierenden Gewaltentwicklung gingen die Gesamtzahlen der TatverdĂ€chtigen bei Jugendlichen und Heranwachsenden erstmals seit der Corona-Pandemie zurĂŒck – um 6,1 Prozent beziehungsweise 11,6 Prozent. Bei Kindern sank die Zahl nur minimal um 0,8 Prozent und verbleibt auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Der Bericht steht unter folgendem Link zum Download bereit: www.polizei.bayern.de/kriminalitaet/statistik/index.html

Teilen.