Freitag, 30.01.2026

SCHROBENHAUSEN – Das Stadtarchiv hat seine Notfallvorsoge nach dem Hochwasser im Jahr 2024 deutlich verbessert. Mit einer neu angeschafften Notfallbox ist das Archiv künftig noch besser auf mögliche Schadensfälle vorbereitet und kann schnell reagieren, wenn Archivalien durch Wasser oder andere Einflüsse gefährdet sind.

Umfassende Ausrüstung für den Ernstfall

Die Notfallbox enthält alles, was für die schnelle Versorgung von beschädigten Archivalien notwendig ist. Von persönlicher Schutzausrüstung wie Masken und Schutzanzügen bis hin zu Materialien für die Erstversorgung und Verpackung nasser oder verschmutzter Dokumente ist alles vorhanden. Auch verschiedene Etiketten und Stifte sind in der Box enthalten, um die Akten später wieder zuordnen zu können. Stirnlampen und LED-Strahler sorgen für ausreichend Licht im Falle eines Stromausfalls.

„Nasses Papier muss schnell in Folie verpackt und tiefgefroren werden, um die Entstehung von Schimmel zu verhindern“, erklärt Archivleitung Annika Seider. „In der Notfallbox ist alles enthalten, was im Ernstfall benötigt wird, damit man sofort mit der Rettung beginnen kann.“

Fachgerechte Rettung der Bestände

Fachfirmen können die Archivalien im Anschluss kontrolliert und schonend auftauen und trocknen. Vor dem Einfrieren müssen jedoch grobe Verschmutzungen entfernt werden, hierfür sind Reinigungsutensilien in der Box enthalten. Zusätzlich wurde der bestehende Notfallplan überarbeitet und an den neuen Standort des Archivs angepasst.

Darin werden unter anderem die Bestände priorisiert. So wissen alle Helfer, welche historisch besonders wertvollen Archivalien zuerst versorgt werden müssen.

Förderung durch bundesweites Kulturprogramm

Unterstützt wurde die Anschaffung durch eine Förderung der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK). Die Koordinierungsstelle fördert jährlich zusammen mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) verschiedene Projekte von der Notfallvorsorge über Schutzverpackungen bis hin zu Restaurierungsmaßnahmen. Ziel ist es, das kulturelle Gedächtnis Deutschlands langfristig zu bewahren und Archive, Bibliotheken sowie Museen in ihrer Erhaltungsarbeit zu unterstützen.

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