Samstag, 30.05.2026

18-Jähriger klettert auf Güterwaggon und wird von 15.000-Volt getroffen

Zeuge hört den Knall und setzt sofort Notruf ab

Amy M. 30.05.2026, 15:24 Uhr 2 Min. Lesezeit Drucken
Moderner Fernzug steht am Bahnsteig unter einer Glasdachkonstruktion, Wartebänke und Bahnsteigschilder sichtbar
Symbolfoto: envato / BlueFlourishes

PRIEN AM CHIEMSEE - Ein 18-Jähriger aus dem Landkreis Rosenheim hat in der Nacht auf Samstag schwerste Verletzungen erlitten, nachdem er am Bahnhof Prien auf einen abgestellten Güterwaggon geklettert war. Gegen 0:15 Uhr traf ihn ein Stromschlag von der hochspannungsführenden Oberleitung - mit verheerenden Folgen.

Zeuge hört Knall und alarmiert Notaruf

Ein Zeuge wurde durch den lauten Knall des Stromschlags auf die lebensbedrohliche Situation aufmerksam und setzte sofort einen Notruf ab. Neben Notarzt und Rettungsdienst rückten Feuerwehr, Landes- und Bundespolizei, ein Kriseninterventionsteam sowie ein Notfallmanager der Bahn an. Der 18-Jährige war ansprechbar, erlitt jedoch schwerstgradige Verbrennungen an rund 40 Prozent seines Körpers. Ein Rettungswagen brachte ihn zunächst zu einem Sportplatz in Prien, von wo aus ein Hubschrauber ihn in die Unfallklinik nach Murnau flog.

Neun Züge verspätet - Oberleitung beschädigt

Während der Rettungsmaßnahmen sperrte die Polizei die Gleise am Bahnhof Prien. Neun Züge waren betroffen, die Gesamtverspätung belief sich auf rund 300 Minuten. Da die Oberleitung durch den Stromüberschlag in Verbindung mit einem Kurzschluss Schaden nahm, sind Reparaturarbeiten nötig.

Bundespolizei warnt eindringlich vor Waggon-Klettern

Die Bundespolizei appelliert nach dem Unfall ausdrücklich an Eltern, ihre Kinder über die lebensgefährlichen Risiken im Gleisbereich aufzuklären. Die Oberleitungen der Bahn stehen unter einer Hochspannung von bis zu 15.000 Volt. Dabei ist kein direkter Kontakt nötig: Schon die bloße Nähe zur Leitung kann einen tödlichen Stromüberschlag auslösen. Das Klettern auf Waggons ist strikt verboten.

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