MĂNCHEN â Bayerns Innenminister Joachim Herrmann lud am Mittwoch (26.11.2025) zu einem Festakt zum 75-jĂ€hrigen JubilĂ€um des Bayerischen Landesamtes fĂŒr Verfassungsschutz in den Landtag ein. In seiner Ansprache hob er den Verfassungsschutz als wesentlichen Bestandteil der Sicherheitsarchitektur hervor: âEr ist ein moderner Dienstleister fĂŒr die Ăffentlichkeit, die Politik und fĂŒr andere Sicherheitsbehörden.â
Von 26 auf 600 BeschÀftigte gewachsen
Am 1. November 1950 wurde das Landesamt als eigenstĂ€ndige Behörde ins Leben gerufen und ist seitdem von 26 auf rund 600 BeschĂ€ftigte und damit zur gröĂten Landesbehörde fĂŒr Verfassungsschutz in Deutschland angewachsen. âDieser Aufwuchs ist ein Spiegelbild sowohl der gesellschaftlichen Entwicklung und der Geschichte unseres Landes als auch der sich Ă€ndernden Aufgaben des Verfassungsschutzesâ, betonte Herrmann.
Vom Kalten Krieg zu neuen Bedrohungen
WĂ€hrend das Landesamt anfangs den Auswirkungen des Kalten Krieges gegenĂŒberstand, kristallisierten sich in den 1970er bis 1990er Jahren die Terrortaten der RAF und der wachsende Rechtsextremismus sowie Anfang der 2000er Jahre schlieĂlich der islamistische Extremismus als Bedrohungen heraus. âHeute ist der Verfassungsschutz mit vielfĂ€ltigen Bedrohungen gleichzeitig konfrontiert, bei denen oftmals die bisher bestehenden Abgrenzungen zwischen den PhĂ€nomenbereichen verschwimmenâ, erklĂ€rte der Minister.
Forderung nach KI und Messenger-Zugriff
Ein moderner Verfassungsschutz mĂŒsse personell, technisch und befugnisrechtlich gut aufgestellt sein. âDie Nutzung KI-gestĂŒtzter Analyseinstrumente oder der bislang nicht mögliche Zugriff auf die Kommunikation in verschiedenen Messengerdiensten darf kein Tabu mehr seinâ, forderte Herrmann. Es stoĂe in der Bevölkerung zunehmend auf Befremden, dass viel zu oft der Hinweis auf eine akute Anschlagsgefahr von einem auslĂ€ndischen Nachrichtendienst komme.
âWeder Datenkrake noch GesinnungsschnĂŒfflerâ
Gleichzeitig unterliege keine andere Sicherheitsbehörde einer so starken Kontrolle durch ministerielle Fachaufsicht, Gerichte, das Parlamentarische Kontrollgremium und den Datenschutzbeauftragten. âDer Verfassungsschutz ist weder eine âDatenkrakeâ, die anlass- und unterschiedslos Daten von jedem einzelnen BĂŒrger sammelt, noch ein âGesinnungsschnĂŒfflerâ, der im Auftrag der Regierung unliebsame Meinungen ausspĂ€hen und unterdrĂŒcken sollâ, erklĂ€rte Herrmann.
