MÜNCHEN – Im Tierpark Hellabrunn erblickte Ende vergangener Woche ein Mishmi-Takin-Jungtier das Licht der Welt. Das kleine Tier erkundet bereits munter die Anlage und begeistert die Besucher. Der Zuchterfolg zeigt: Die Integration eines neuen Zuchtbullen im Herbst 2024 verlief erfolgreich.
Der Nachwuchs hat eine besondere Bedeutung für den Artenschutz. Der Tierpark Hellabrunn beteiligt sich aktiv am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Mishmi-Takine. Dieses Programm verfolgt ein klares Ziel: Es sollen stabile Reservepopulationen in zoologischen Einrichtungen entstehen. Dadurch leistet Hellabrunn einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Erhalt dieser gefährdeten Tierart.
Seltene Huftiere mit ungewöhnlicher Gestalt
Mishmi-Takine gehören zu den unbekanntesten Huftieren der Erde. Ihr massiver Körperbau erinnert an ein Rind, zugleich tragen sie markante Merkmale von Ziegen. Diese außergewöhnliche Kombination macht sie zu perfekten Bewohnern ihrer rauen Heimat. Die Tiere sind ausgezeichnete Kletterer und erobern in den Mishmi-Bergen felsige Bergwälder. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich ausschließlich über das Dreiländereck von Indien, China, Bhutan und Myanmar.
Bedrohter Bestand in der Natur
In ihrem natürlichen Lebensraum gelten Mishmi-Takine laut Internationaler Naturschutzunion (IUCN) als gefährdet. Der fortschreitende Verlust ihres Lebensraums durch Abholzung und Infrastrukturmaßnahmen bedroht die Art erheblich. Hinzu kommt die illegale Bejagung. Aufgrund ihrer versteckten Lebensweise und der schwer zugänglichen Bergregionen, in denen sie leben, bleibt der tatsächliche Bestand weitgehend unbekannt.
Derzeit leben in Hellabrunn neben dem neuen Zuchtbullen zwei weitere weibliche Takine. Weiterer Nachwuchs ist also nicht ausgeschlossen. Mit dem aktuellen Jungtier bietet der Tierpark seinen Besuchern pünktlich zum Frühlingsbeginn einen besonderen Einblick in die erfolgreiche Artenschutzarbeit.

