Mittwoch, 11.02.2026

BAYERN – Der Bauminister sieht rot: Christian Bernreiter lehnt geplante Verschärfungen bei Rauchwarnmeldern entschieden ab. Das Deutsche Institut für Normung (DIN) überarbeitet derzeit die Vorgaben für Rauchwarnmelder in Wohnhäusern. Ein erster Entwurf sieht eine erhebliche Verschärfung der Anforderungen vor – was Bernreiter als falschen Weg kritisiert.

„Der Entwurf muss komplett zurückgezogen werden“, fordert der Bauminister. Die geplante Norm führe nur zu mehr Bürokratie und höheren Wohnkosten, ohne relevanten Sicherheitsgewinn zu bringen. Bernreiter wirft dem DIN vor, dass Lobbyverbände hier neue Geschäftsfelder auf Kosten aller Wohnenden erschließen möchten.

DIN plant neue Fachkraft und Dokumentationspflicht

Der überarbeitete Normentext DIN 14676 sieht mehrere Neuerungen vor. Künftig soll es eine neue „Fachkraft für Rauchwarnmelder“ geben – mit konkreten Anforderungen an Qualifikationen und Kompetenznachweise. Hinzu kommt eine verpflichtende betriebliche Dokumentation. Obwohl die DIN-Norm bauordnungsrechtlich nicht verbindlich ist, hat sie zivilrechtliche Auswirkungen: Gerichte berücksichtigen sie bei der Vertragsauslegung – zum Nachteil der Bewohner.

Bernreiter sieht verschwundenes Ziel der Rauchwarnmelder

Der Bauminister erinnert an die ursprüngliche Absicht der Länder: „Das Ziel war einfach zu installierende und wartbare Geräte zur Warnung schlafender Bewohner vor Brandrauch.“ Der aktuelle Entwurf verfehle diesen praktischen Ansatz deutlich. Stattdessen entstünden durch detaillierte Vorgaben für Planung, Montage und Wartung neue Geschäftsfelder – vorangetrieben von Firmen, die im zuständigen DIN-Ausschuss über eine große Mehrheit verfügen.

Bernreiter hat den Vorstandsvorsitzenden des DIN, Christoph Winterhalter, bereits gebeten, das Verfahren zu stoppen und die Norm zurückzuziehen. Der Bauminister betont: „Wohnen muss wieder kostengünstiger und erschwinglicher sein – dieser DIN-Entwurf läuft in die komplett falsche Richtung.“

Bayerns Alternative: kluge Standards statt Über-Regulierung

Bayern setzt beim Bauen einen anderen Kurs: Mit dem Gebäudetyp-e reduziert der Freistaat überzogene Baustandards und senkt so nachweislich Kosten. In 19 Pilotprojekten untersucht die Staatsregierung gemeinsam mit Partnern systematisch, wie kluge und einfache Lösungen in der Praxis funktionieren. „Dabei verzichten wir weder auf Sicherheit noch auf Qualität – im Gegenteil“, erklärt Bernreiter. „Solche Lösungen sind für die Bewohner vielfach komfortabler und vor allem günstiger im Betrieb.“

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