BONN â Das Technische Hilfswerk (THW) erhĂ€lt durch den Bundeshaushalt 2025 zusĂ€tzliche finanzielle Mittel fĂŒr sein Bauprogramm. Damit werden bis zu 30 weitere Neubauten fĂŒr THW-OrtsverbĂ€nde (OV) möglich. Die ersten 30 Bauprojekte sind bereits angelaufen, fĂŒr zwölf davon erfolgte der erste Spatenstich â zuletzt etwa beim OV Albstadt, OV Pfullendorf und OV Eckernförde.
Bundesweites Bauprogramm fĂŒr moderne Standorte
Das THW-Bauprogramm 2020â2030 verfolgt das Ziel, bis zu 200 OrtsverbĂ€nde mit neuen UnterkĂŒnften und Fahrzeughallen auszustatten. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt fĂŒr Immobilienaufgaben (BImA) und den Bauverwaltungen der LĂ€nder unter FederfĂŒhrung des Amtes fĂŒr Bundesbau Schleswig-Holstein (AfB). Die Bauprojekte setzen auf eine serielle, systematisierte Bauweise â vorgefertigte Teile werden vor Ort nach dem Baukastensystem zusammengesetzt. Dadurch ist es möglich jeden Neubau meist in weniger als einem Jahr ab Spatenstich fertigzustellen.
Je nach GröĂe und Bedarf der OV stehen drei verschiedene Bautypen zur Auswahl, die sich in GröĂe der Umkleiden und Zusatzoptionen wie LagerflĂ€chen, Carports und Fahrzeughallen unterscheiden. Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern sorgen dafĂŒr, dass die Standorte bei einem Blackout mehrere Stunden im Notbetrieb funktionsfĂ€hig bleiben. DachbegrĂŒnung, WĂ€rmepumpen und Zisternen bringen Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit â alle GebĂ€ude erfĂŒllen den Effizienzstandard 40.
Effizienz und Zeitersparnis durch Rahmenvertrag
Die Bauprojekte werden durch einen Rahmenvertrag mit der Baufirma Goldbeck realisiert. So lassen sich bis zu 60 Neubauten innerhalb von vier Jahren umsetzen â ein einzigartiges Vorgehen im Bundesbau, das langwierige Einzelausschreibungen vermeidet und als Vorreiter fĂŒr weitere Bundesprojekte gilt. Prof. Dr. Alexander von ErdĂ©ly, Vorstandssprecher der BImA, betont: âAnstelle von planungsintensiven Individual-Lösungen bauen wir mit einem einheitlichen Konzept GebĂ€ude und Fahrzeughallen â das spart enorm Zeit und Geld.â
Bedeutung fĂŒr den Katastrophenschutz
THW-PrĂ€sidentin Sabine Lackner sieht im Bauprogramm ein klares Signal: âDie aufgestockten Mittel aus dem Bundeshaushalt unterstreichen die Bedeutung des THW fĂŒr den deutschen Zivil- und Katastrophenschutz. Die nunmehr 60 Neubauten sind nicht nur ein Zeichen der WertschĂ€tzung fĂŒr unsere rund 88.000 ehrenamtlichen EinsatzkrĂ€fte, sondern auch ein Signal an die Bevölkerung: Wir sind auch zukĂŒnftig fĂŒr euch da!â
Die neuen GebĂ€ude erfĂŒllen höchste Anforderungen an ArbeitsstĂ€tten- und Gesundheitsschutz, IT-Sicherheit und bieten mehr Platz fĂŒr Fahrzeuge, Ausbildung und Ăbungen. Das THW ist in den letzten Jahren stark gewachsen, viele OrtsverbĂ€nde benötigen daher gröĂere und modernere Liegenschaften.
Hintergrund
Die BImA ist das zentrale Immobilienunternehmen des Bundes und Bauherrin der neuen Standorte. Sie setzt das Bauprogramm gemeinsam mit den LĂ€ndern um und stellt bezahlbaren Wohnraum fĂŒr Bundesbedienstete bereit. Das THW ist die ehrenamtlich getragene Einsatzorganisation des Bundes und im Auftrag der Bundesregierung weltweit im Einsatz.

