Samstag, 17.01.2026

DEUTSCHLAND – Sie tragen klangvolle Namen wie Roter Eiserapfel, GoldparmĂ€ne oder Jakob Lebel – und galten lange als vergessen. Alte Obstsorten erleben in GĂ€rten, auf Streuobstwiesen und in Baumschulen eine Renaissance. Geschmack, Widerstandskraft und ökologische Vielfalt zĂ€hlen zu den HauptgrĂŒnden fĂŒr ihr Comeback – besonders im FrĂŒhjahr beginnt die Suche nach besonderen Sorten.

Genetische Vielfalt statt Einheitsapfel

Moderne Sorten aus dem Supermarkt ĂŒberzeugen oft durch perfekte Optik und lange Haltbarkeit. Geschmacklich schneiden sie jedoch hĂ€ufig schlechter ab als traditionelle Sorten. Alte Apfel- oder Birnensorten zeichnen sich durch aromatische Vielfalt und regionale Besonderheiten aus. Manche schmecken sĂŒĂŸ, andere herb, manche eignen sich zum Rohverzehr, andere zur Lagerung oder zum Mosten.

Die genetische Bandbreite alter Sorten erhöht die Widerstandskraft gegenĂŒber SchĂ€dlingen und Wetterextremen – ein Vorteil im ökologischen Gartenbau. Durch ihre angepasste Entwicklung benötigen sie oft weniger Pflanzenschutzmittel oder DĂŒngung.

Erhalt alter KulturgĂŒter

Viele traditionelle Obstsorten sind eng mit regionaler IdentitĂ€t und Geschichte verknĂŒpft. Streuobstwiesen und alte SortengĂ€rten gelten als kulturelles Erbe – ihr Erhalt dient nicht nur dem Naturschutz, sondern auch dem Bewusstsein fĂŒr saisonale und regionale ErnĂ€hrung.

Symbolfoto envato | Mint Images

Initiativen, Vereine und Baumschulen engagieren sich bundesweit fĂŒr den Erhalt alter Sorten. Im FrĂŒhling beginnt die ideale Pflanzzeit fĂŒr junge BĂ€ume – viele setzen dabei bewusst auf Vielfalt statt auf Monokultur.

Mehr Vielfalt auch im eigenen Garten

Wer alte Sorten pflanzt, fördert die Artenvielfalt im Garten. Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten profitieren von den oft frĂŒher oder spĂ€ter blĂŒhenden ObstbĂ€umen. Auch optisch sorgen historische Sorten fĂŒr Abwechslung: unterschiedlich große FrĂŒchte, ungewöhnliche Farben oder rustikale Formen machen sie zu BlickfĂ€ngen im Garten.

Je nach Region stehen spezielle Sorten zur Auswahl – angepasst an Klima, Boden und Tradition. Beratungen in Baumschulen oder bei Pomologen liefern fundierte Hinweise zur Auswahl und Pflege.

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