MĂNCHEN â Vor den Beratungen des Wirtschaftsausschusses des Bayerischen Landtags Ăźber das Bayerische Beteiligungsgesetz begrĂźĂt der Genossenschaftsverband Bayern das Vorhaben der Staatsregierung grundsätzlich. Dennoch fordert der Verband am Dienstag (07.10.2025) eine verpflichtende BĂźrgerbeteiligung bei Erneuerbare-Energien-Projekten.
Bßrgerbeteiligung darf nicht vom guten Willen abhängen
Der Genossenschaftsverband Bayern sieht in dem Vorhaben einen wichtigen Schritt hin zu mehr Akzeptanz bei der Energiewende. Allerdings geht dem Verband der aktuelle Entwurf nicht weit genug. âEchte BĂźrgerbeteiligung darf nicht vom guten Willen einzelner Projektträger abhängenâ, betont GVB-Präsident Stefan MĂźller. âNur wenn Beteiligung und Mitsprache zur Pflicht werden, schaffen wir die breite gesellschaftliche Akzeptanz, die die Energiewende braucht.â
Soll-Regelung in Muss-Regelung umwandeln
Der Verband fordert deshalb, die im Gesetz vorgesehene Soll-Regelung zur BĂźrgerbeteiligung in eine Muss-Regelung zu ĂźberfĂźhren. BĂźrger â vertreten durch BĂźrgerenergiegesellschaften, insbesondere Energiegenossenschaften â sollen verpflichtend die Beteiligung an Projekten in ihrer Region angeboten bekommen.
âDie Energiewende gelingt nur mit den Menschen vor Ortâ, so MĂźller weiter. âGenossenschaften sind der SchlĂźssel dafĂźr, weil sie langfristige finanzielle Teilhabe, echte Mitsprache und Mitwirkung ermĂśglichen â und damit Vertrauen schaffen.â Durch Genossenschaften werde sichergestellt, dass nicht allein anonyme Investoren von der Energiewende finanziell profitieren, sondern die BĂźrger vor Ort. Das schaffe somit auch regionale WertschĂśpfung.
Mindestbeteiligung von 20 Prozent gefordert
Der Verband plädiert dafßr, eine Mindestbeteiligung von 20 Prozent vorzusehen, die sowohl finanzielle als auch inhaltliche Mitwirkungsrechte umfassen wßrde. Nur so kÜnne sichergestellt werden, dass Bßrger sowie Gemeinden tatsächlich Verantwortung ßbernehmen und vom wirtschaftlichen Erfolg der Projekte profitieren.
Bayern ist in dieser Hinsicht bereits gut aufgestellt: Ăber 350 Energiegenossenschaften im Freistaat engagieren sich bereits schon fĂźr die regionale Energiewende, in dem sie Strom Sonne, Wind und Wasser erzeugen und verteilen sowie Nahwärmenetze betreiben. âWenn die Energiewende in Bayern gelingen soll, mĂźssen wir sie gemeinsam gestalten â demokratisch, wirtschaftlich und regionalâ, fasst MĂźller zusammen.
Genossenschaftsverband vertritt Interessen seit 130 Jahren
Der Genossenschaftsverband Bayern vertritt seit mehr als 130 Jahren die Interessen bayerischer Genossenschaften. Zu seinen 1.201 Mitgliedern zählen 180 Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie 1.021 Unternehmen aus Branchen wie Landwirtschaft, Energie, Handel, Handwerk und Dienstleistungen. Sie bilden mit rund 50.000 Beschäftigten und 2,8 Millionen Anteilseignern eine der grĂśĂten mittelständischen Wirtschaftsorganisationen im Freistaat.
