Donnerstag, 12.02.2026
Immer mehr Menschen greifen zu veganen Fischalternativen, die hĂ€ufig Algen als natĂŒrliche Jodquelle enthalten. Doch wie viel Jod steckt wirklich in den Ersatzprodukten? Die Verbraucherzentralen haben sechs verschiedene vegane Fischersatzprodukte im Labor analysieren lassen. Das Ergebnis: FĂŒnf enthalten nennenswerte Mengen Jod, doch Verbraucherinnen und Verbraucher können den exakten Gehalt nicht erkennen.

Jodversorgung oft unzureichend

Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung empfiehlt tĂ€glich 150 Mikrogramm Jod, da dieses Spurenelement fĂŒr die SchilddrĂŒse und den Stoffwechsel wichtig ist. Viele Menschen erreichen diesen Wert nicht. Seefisch wie Kabeljau oder Seelachs liefert pro 100 Gramm bis zu 275 Mikrogramm Jod. Da FischbestĂ€nde bedroht sind, steigen viele auf pflanzliche Alternativen um.

Algenprodukte liefern Jod – aber wie viel?

Im Test enthielten fĂŒnf von sechs veganen Fischalternativen relevante Jodmengen – zwischen 29 und 226 Mikrogramm pro 100 Gramm. Drei Produkte gelten damit sogar als jodreich. Die höchste Jodmenge fand sich in einer pflanzlichen Thunfischalternative, deren 140-Gramm-Dose rund 316 Mikrogramm Jod lieferte – mehr als die empfohlene Tageszufuhr. Zum Vergleich: 140 Gramm echter Thunfisch aus der Dose enthalten nur 21 bis 28 Mikrogramm Jod. Zu hohe Jodmengen können die SchilddrĂŒsenfunktion beeintrĂ€chtigen, vor allem bei dauerhaftem Verzehr. Die empfohlene Höchstmenge liegt bei 600 Mikrogramm pro Tag aus allen Quellen.

Kennzeichnung fĂŒr Verbraucher unzureichend

Ob ein Produkt Algen enthĂ€lt, lĂ€sst sich an der Zutatenliste erkennen – der genaue Jodgehalt bleibt jedoch unklar, da er von Algenart, Menge und natĂŒrlichen Schwankungen abhĂ€ngt. Eine Kennzeichnung ist nur vorgeschrieben, wenn mit Jod geworben wird oder der Gehalt extrem hoch ist. So kann der Verzehr ĂŒblicher PortionsgrĂ¶ĂŸen, etwa bei Thunfischalternativen, unbemerkt zu einer hohen Jodaufnahme fĂŒhren.

Fazit: Abwechslung und Jodsalz sind entscheidend

Eine abwechslungsreiche ErnĂ€hrung und die Verwendung von Jodsalz bleiben die beste Basis fĂŒr eine ausreichende Jodversorgung. Algenhaltige Fischersatzprodukte können einen Beitrag leisten, sind aber kein Ersatz fĂŒr den bewussten Umgang mit Jod in der ErnĂ€hrung.
Weitere Informationen und den vollstÀndigen Test gibt es unter verbraucherzentrale.de/vegane-fischalternativen.
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