Freitag, 13.02.2026

MÜNCHEN – Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) eine verstärkte internationale Zusammenarbeit zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus gefordert. „Wir müssen den interreligiösen und interkulturellen Dialog stärken und die Zusammenarbeit im Bereich der Inneren Sicherheit intensivieren. Denn nur so können wir die Wurzeln von Extremismus und Terrorismus weltweit bekämpfen“, sagte Herrmann beim Side-Event zum Thema „Präventionsstrategien in Bayern und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) zur Bekämpfung islamistischer Radikalisierung“. Das Bayerische Innenministerium richtete das Treffen in Kooperation mit dem Manara Center for Coexistence and Dialogue aus Abu Dhabi aus.

Prävention und staatliche Massnahmen als zentrale Säulen

Herrmann betonte, dass im Kampf gegen Radikalisierung staatliche Massnahmen unverzichtbar seien. Gleichzeitig spielen Präventionsmassnahmen eine entscheidende Rolle, um gesellschaftliche Resilienz zu stärken. „Besonders junge Menschen, die online und in sozialen Medien radikalisiert werden, stellen Staat und Zivilgesellschaft vor zunehmende Herausforderungen“, erklärte der Innenminister. Gemeinsam mit Vertretern der VAE und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg analysierte er aktuelle Trends und bewertete innovative Präventionsansätze in Bayern und den Emiraten.

Islamistischer Terrorismus bleibt Hauptbedrohung

Die anhaltend hohe Bedrohungslage durch islamistischen Terrorismus dominiert laut Herrmann weiterhin die Sicherheitslage in Deutschland und Europa. Besonders nach dem Hamas-Überfall vom 7. Oktober 2023 auf Israel instrumentalisieren Islamisten den Nahost-Konflikt in Gaza für ihre Zwecke. Der Innenminister warnte explizit vor der Rolle sozialer Medien und von Influencern bei der Radikalisierung: „Soziale Medien und Influencer spielen beim Thema Radikalisierung eine zentrale Rolle. Sie haben sich in den letzten Jahren auch zu einem Dreh- und Angelpunkt für extremistische Rekrutierung und Selbstradikalisierung entwickelt. Wir müssen diese Gefahr sehr ernst nehmen“.

Bayern setzt auf ganzheitlichen Ansatz

Die Bayerische Staatsregierung verfolgt einen umfassenden Ansatz zur Bekämpfung der Wurzeln des Extremismus. „Neben der sicherheitspolitisch notwendigen repressiven Bekämpfung vertrauen wir auch auf Prävention. Bildung, soziale Integration und Sensibilisierung sind die entscheidenden Schlüssel, um Radikalisierung wirksam entgegenzutreten“, erläuterte Herrmann. Das ressortübergreifende Bayerische Netzwerk für Prävention und Deradikalisierung gegen Salafismus, das in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert, spielt dabei eine zentrale Rolle. Das Netzwerk integriert Sicherheitsbehörden ebenso wie Bereiche der Bildungsarbeit, der Integrations- und Sozialpolitik, der Kinder- und Jugendhilfe sowie den Justiz- und Massregelvollzug.

Herrmann lobte abschliessend die hervorragende Zusammenarbeit mit den VAE. Besonders dankte der Innenminister Dr. Al Nuaimi, dem Vorsitzenden des Manara Centers, für sein grosses Engagement und seinen persönlichen Einsatz in den Bereichen Innere Sicherheit und interreligiöser Dialog.

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