Freitag, 13.02.2026

MÜNCHEN – Eine aktuelle Studie der UnternehmerTUM und der Boston Consulting Group (BCG) zeigt ein alarmierendes Bild: Deutschland droht im globalen Technologiewettbewerb den Anschluss zu verlieren. Das ungenutzte technologische Wertschöpfungspotenzial bis 2030 beziffert sich auf bis zu 1,7 Billionen Euro. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger reagiert mit deutlichen Worten auf die Analyse.

„Die Studie ist mehr als ein Warnruf. Deutschland muss endlich mehr in die Zukunft statt in Bürgergeld investieren, sonst verlieren wir völlig den Anschluss“, erklärt Aiwanger. Der Minister kritisiert dabei die fehlenden Prioritäten auf Bundesebene und fordert eine Neuausrichtung der Förderpolitik.

Europas Kapitalmarkt zu klein und reguliert

Ein zentrales Problem liegt in der Struktur des Wagniskapitalmarkts selbst. Der europäische Markt für Wagnis- und Wachstumskapital gilt im internationalen Vergleich als zu klein, fragmentiert und stark reguliert. Dies behindert Innovationen und Unternehmensgründungen erheblich. Aiwanger fordert daher ein Umdenken: „Den Leuten mit guten Ideen, aber ohne nötigem Geld muss klarer aufgezeigt werden, welche Förderungen sie bekommen können und der Bund muss diese Gelder auch zur Verfügung stellen.“

Bayern baut Position aus

Trotz der gesamtdeutschen Problematik zeigt sich Bayern als Lichtblick. Laut Ernst & Young Startup-Barometer 2026 hat der Freistaat 2025 seine Position als stärkster Start-up-Standort Deutschlands weiter gefestigt und Berlin beim Wagniskapitalzufluss überholt. Rund 3,3 Milliarden Euro Venture Capital flossen in bayerische Start-ups – ein bundesweit führender Wert. Die Wachstumstreiber liegen dabei insbesondere in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Energietechnologie sowie Gesundheits- und Biotechnologien.

Bayern Kapital GmbH als Erfolgsfaktor

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Bayerns Start-up-Boom liegt in der Eigenkapitalfinanzierung. Mit der Bayern Kapital GmbH verfügt der Freistaat über einen der aktivsten Venture-Capital-Investoren im deutschsprachigen Raum. Seit 30 Jahren finanzierte das Unternehmen über 320 bayerische Start-ups. Aktuell befinden sich mehr als 110 Unternehmen im Portfolio.

Mit der VC4Startups-Initiative legt Bayern eine neue Fondsgeneration mit einem Volumen von 750 Millionen Euro auf. Künftig sind Beteiligungen von bis zu 50 Millionen Euro möglich – ein wichtiger Schritt zur Schließung von Finanzierungslücken in der Wachstums- und Scale-up-Phase.

Bundesrat-Initiative für mehr Kapital

Zur Stärkung der Kapitalbasis startete Bayern im Bundesrat die Initiative „Maßnahmen zur Mobilisierung von Investitionen in Wagniskapital“. Vorgesehen sind ein steuerlich gefördertes Altersvorsorgedepot, ein German Business Angels Fund nach dem Vorbild des European Angels Fund sowie verbesserte Konditionen beim INVEST-Zuschuss. „Wenn wir im internationalen Wettbewerb bestehen wollen, müssen wir privates Kapital besser mobilisieren und regulatorische Hürden abbauen“, betont Aiwanger abschließend.

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