MARKT SCHWABEN – Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat sich bei der 125. Markt Schwabener Sonntagsbegegnung intensiv mit dem politischen Vermächtnis von Hans-Jochen Vogel auseinandergesetzt. Die Veranstaltung stand ganz im Zeichen des ehemaligen SPD-Vorsitzenden, der am 3. Februar 2026 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte.
Herrmann beschrieb Vogel als „beeindruckende Persönlichkeit, geprägt von unerschütterlichen Überzeugungen und Idealen, die unsere Demokratie ausmachen.“ Der Innenminister betonte dabei besonders Vogels Gewissen, Werte und Politikerethos als prägende Merkmale seines Lebens. „Gerade als Innenminister sind mir seine kritischen Worte zum Umgang mit dem RAF-Terror stets fest im Gedächtnis“, sagte Herrmann laut Pressemitteilung.
Eine Karriere über Jahrzehnte hinweg
Herrmann würdigte Vogels herausragende politische Laufbahn, die ihn unter anderem zum Oberbürgermeister Münchens und später Berlins führte. Darüber hinaus amtete Vogel als Bundesminister, Kanzlerkandidat sowie als Fraktions- und Parteivorsitzender. „Er hatte die Fähigkeiten, den Geist, die innere Stärke und den Mut, Verantwortung zu tragen“, betonte der Innenminister. Über Jahrzehnte habe Vogel die kommunal-, landes- und bundespolitischen Geschicke maßgeblich mitbestimmt und dabei Herausragendes geleistet.
Über die Parteigrenzen hinweg habe sich Vogel großes Ansehen erworben – nicht zuletzt durch sein bescheidenes Wesen und seinen aufrechten christlichen Glauben. „Er hat einen festen Platz unter den Großen in der Geschichte unserer Bundesrepublik Deutschland verdient“, bekräftigte Herrmann.
Ende einer 34 Jahre langen Reihe
Die Markt Schwabener Sonntagsbegegnungen enden nach dieser Veranstaltung. Seit 1992 fanden die Treffen statt und boten Raum für gesellschaftlichen Austausch. Insgesamt kamen bei 125 Veranstaltungen etwa 25.000 Gäste mit 257 Dialogpartnern zusammen. Herrmann dankte dem früheren Bürgermeister Bernhard Winter, der die Reihe initiiert und über 34 Jahre hinweg begleitet hatte, sehr herzlich für dieses Engagement. „Unsere Demokratie braucht solchen überparteilichen Diskurs“, sagte der Innenminister und würdigte damit das Vermächtnis dieser außergewöhnlichen Veranstaltungsreihe.

