Freitag, 29.08.2025

MÜNCHEN – Nach monatelangen Verhandlungen haben sich am Montag (14.07.2025) verschiedene VerbĂ€nde und das Bayerische Wirtschaftsministerium auf einen Gesetzesentwurf zur Beteiligung von Kommunen und BĂŒrgern an Erneuerbaren Energien geeinigt. Der Kompromiss regelt die finanzielle Beteiligung bei neuen Wind- und Photovoltaik-FreiflĂ€chenanlagen.

Garantierte Einnahmen fĂŒr Gemeinden

Der neue Gesetzesentwurf sieht eine verpflichtende Beteiligung der Gemeinden vor: Bei allen EEG-geförderten Projekten fließen kĂŒnftig 0,2 bis 0,3 Cent pro Kilowattstunde direkt in die Gemeindekassen. „Die Einnahmen können in den Gemeinden beispielsweise auch fĂŒr den Kindergarten verwendet werden“, betonte Minister Aiwanger die praktischen Vorteile fĂŒr die Kommunen.

ZusĂ€tzlich mĂŒssen Projektierer den BĂŒrgern eine direkte Beteiligung ermöglichen – sei es durch genossenschaftliche Modelle, Anlageprodukte oder vergĂŒnstigte Stromtarife. Damit erhalten die Menschen vor Ort nicht nur sauberen Strom, sondern auch wirtschaftliche Vorteile.

Kompromiss berĂŒcksichtigt InvestorenbedĂŒrfnisse

Ein wichtiger Durchbruch gelang bei den sogenannten PPA-Anlagen (Stromabnahmevertrag): Diese Anlagenbetreiber bleiben von der Zahlungsverpflichtung ausgenommen. Damit sei gewĂ€hrleistet, dass es keine Nachteile fĂŒr Investoren in Bayern im Vergleich zu anderen BundeslĂ€ndern gibt, so das Wirtschaftsstaatsministerium. Der Freistaat bleibe so attraktiv fĂŒr Investitionen in Erneuerbare Energien.

Breiter Konsens aller Beteiligten

An den Verhandlungen beteiligten sich alle relevanten Akteure: vom Bayerischen Gemeindetag ĂŒber die EnergieverbĂ€nde bis zur Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. „Nach zĂ€hen Debatten ist ein Kompromiss gefunden worden, der sowohl Kommunen als auch die Erneuerbare-EnergieverbĂ€nde zufriedenstellt“, zeigte sich Aiwanger erleichtert.

Die Einigung schafft die lang ersehnte Reiwanchtssicherheit fĂŒr alle Beteiligten und soll die Akzeptanz fĂŒr den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien erhöhen.

Bayern forciert Energiewende

Der Freistaat treibt den Ausbau regenerativer Energien voran: Allein in den ersten fĂŒnf Monaten 2025 gingen 125 AntrĂ€ge fĂŒr neue Windenergieanlagen ein, 56 erhielten bereits eine Genehmigung. Bei der Photovoltaik ist Bayern ohnehin bundesweiter Spitzenreiter.

Der Gesetzesentwurf befindet sich derzeit in der parlamentarischen Beratung. Der Bayerische Landtag soll das wegweisende Gesetz voraussichtlich im Herbst beschließen – dann profitieren Kommunen und BĂŒrger erstmals direkt von der Energiewende vor ihrer HaustĂŒr.

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Felix Kirberg

Werkstudent in der Redaktion der VifograVision GmbH