DEUTSCHLAND – Der Bierkonsum in Deutschland sinkt dramatisch. Im Jahr 2025 setzten die Brauereien nur noch rund 7,8 Milliarden Liter Bier ab. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Mit einem Minus von 6,0 Prozent verzeichnet die Branche den stärksten Rückgang seit 1993. Erstmals fiel der Absatz unter die Marke von acht Milliarden Litern.
Dieser Einbruch setzt einen langfristigen Trend fort. Vor zehn Jahren setzten die Brauereien noch fast zwei Milliarden Liter mehr Bier ab. Der Rückgang zeigt deutlich: Die Lust auf klassisches Bier lässt in Deutschland kontinuierlich nach.
Konsumzurückhaltung und veränderte Trinkgewohnheiten
Für den massiven Absatzrückfall verantwortlich zeichnen mehrere Faktoren. Neben einem gesünderen Lebensstil und veränderten Trinkgewohnheiten spielen auch wirtschaftliche Gründe eine entscheidende Rolle. Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauerbundes (DBB), erklärte: „Die Brauereien bekommen ähnlich wie Handel und Gaststätten die massive Konsumzurückhaltung der Verbraucher zu spüren.“ Die angespannte wirtschaftliche Situation der Konsumenten führt zu deutlich weniger Ausgaben für Getränke.
Alkoholfreie Sorten boomen – erste Erfolgsgeschichte
Eine Ausnahme gibt es im Biermarkt: Alkoholfreie Biere verzeichnen Zuwächse. Der DBB betonte, dass diese Sorte die am schnellsten wachsende auf dem deutschen Biermarkt ist. Im Jahr 2025 überschritten alkoholfreie Biere erstmals die Marke von zehn Prozent Umsatz im Handel. Damit entwickelt sich dieser Bereich völlig gegensätzlich zum klassischen Biermarkt.
Auch Biermischungen können dem negativen Trend nicht entfliehen. Ihr Absatz sank 2025 um 5,2 Prozent auf 402 Millionen Liter. Mit 82,5 Prozent entfiel ein Großteil des Bierverkaufs auf den Inland-Markt. Hier lag der Rückgang bei 5,8 Prozent.

