Dienstag, 13.01.2026

STRASSBURG – Das EU-Parlament hat am Mittwoch (08.10.2025) fĂŒr ein Namensverbot von vegetarischen Fleischersatzprodukten gestimmt. Begriffe wie Burger, Schnitzel und Wurst dĂŒrfen kĂŒnftig nicht mehr fĂŒr die sogenannten Veggie-Produkte verwendet werden. Eine Mehrheit aus Rechtsaußen-Fraktionen und Teilen der konservativen Fraktion um CDU und CSU stimmte in Straßburg fĂŒr die entsprechende GesetzesĂ€nderung. Die Entscheidung ist allerdings noch nicht endgĂŒltig – sie wird nun mit den 27 EU-LĂ€ndern verhandelt.

Namensverbot fĂŒr Veggie-Produkte sorgt fĂŒr Protest

Der Vorschlag kam aus der EuropĂ€ischen Volkspartei, dem Zusammenschluss der konservativen Parteien. Die Französin CĂ©line Imart, selbst Landwirtin, nannte nach Medienberichten als Hauptargumente Verwechslungsgefahr und Verbraucherschutz. Pflanzenbasierte Ersatzprodukte böten etwa nicht die gleichen NĂ€hrwerte wie ihre tierischen Originale. Gegen den Vorstoß laufen unter anderem Discounter, Fast-Food-Ketten und vor allem die Hersteller der Fleisch-Imitate Sturm: Sie befĂŒrchten Umsatzeinbußen sowie unnötige Kosten.

Merz und Rainer unterstĂŒtzen Umbenennung

Bundeskanzler Friedrich Merz und Agrarminister Alois Rainer sprachen sich klar fĂŒr die Umbenennungspflicht aus. „FĂŒr mich persönlich ist ein Schnitzel aus Pute, Kalb oder Schwein“, so der gelernte Metzgermeister Rainer zur BILD. Merz betonte zudem in der ARD-Sendung „Caren Miosga“: „Eine Wurst ist eine Wurst. Wurst ist nicht vegan.“

CDU- und FDP-Abgeordnete kritisieren Entscheidung scharf

Trotz UnterstĂŒtzung aus Berlin haderten die deutschen Abgeordneten in BrĂŒssel. Der CDU-Parlamentarier Peter Liese hoffte laut BILD zunĂ€chst noch, dass die MitgliedslĂ€nder die Entscheidung in der abschließenden Verhandlung kippen. „Schade, dass sich die Mehrheit im EuropĂ€ischen Parlament in einer Zeit, in der wir wirklich andere Probleme haben, mit so einem Unsinn beschĂ€ftigt“, so Liese in BILD.

Noch vernichtender urteilte Jan-Christoph Oetjen, agrarpolitischer Sprecher der FDP: „Wir können es den Menschen nicht verkaufen, wieso das EuropĂ€ische Parlament fĂŒr einen solchen Unsinn stimmt. Diese Entscheidung schadet der GlaubwĂŒrdigkeit des ganzen EU-Parlaments.“

PETA kritisert VerbrauchertÀuschung

Kritik kam umgehend auch von TierschĂŒtzern. Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin bei PETA, griff die Entscheidung scharf an: „Tiere leben in ihren eigenen FĂ€kalien, leiden unter Schmerzen und sterben langsam zwischen ihren Artgenossen – und die Politik beschĂ€ftigt sich mit Namensverboten fĂŒr Veggie-Produkte“, so Kainz in einer Pressemitteilung der Organisation. „Die wirkliche VerbrauchertĂ€uschung sind nicht Namen pflanzlicher Produkte, sondern die Werbebilder der Tierindustrie, die eine ‚Tierwohl-Idylle‘ vortĂ€uschen und systematisches Tierleid verschleiern.“

Auf Firmen, die vegane Produkte anbieten, kĂ€men jetzt hohe finanzielle Belastungen zu: Laut PETA warnen Verbraucherschutzorganisationen vor Absatzproblemen, da sich Menschen an bekannten Bezeichnungen zur Orientierung orientieren wĂŒrden, wie die Alternativen schmecken könnten. Deutschland ist MarktfĂŒhrer in der boomenden Branche fĂŒr Fleisch-Ersatzprodukte.

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