MÜNCHEN – Seit März steckt die Kriminalpolizei München in einem schweren Fall. Ein Geschäftsführer eines Münchner Gastronomiebetriebs wandte sich im März an die Polizei. Ihm fielen Unstimmigkeiten bei der Verbuchung von Bestellungen auf. Das Kommissariat 51 der Münchner Kriminalpolizei übernahm die Ermittlungen. Die Kriminalpolizei hat 50 Objekte in München und Umgebung durchsucht. Der Verdacht: Angestellte eines Restaurants sollen systematisch Bargeld unterschlagen und Lebensmittel gestohlen haben. 130 Beamte stürmten am Dienstagmorgen private Wohnungen und sicherten umfangreiche Beweise.
50 Tatverdächtige unter Verdacht
Die Untersuchungen ergaben ein System: Teile des Personals bonierten Speisen und Getränke nicht ordnungsgemäß. Die Gäste erhielten ihre Bestellungen, doch die Barzahlungen landeten in den eigenen Taschen der Angestellten. Zusätzlich entwendeten sie Lebensmittel aus dem Restaurant. Mittlerweile ermittelt die Polizei gegen 50 Personen. Der Schaden könnte sich im sechsstelligen Bereich bewegen. Die genaue Höhe prüfen die Ermittler noch.
Großrazzia mit 130 Beamten
Am Dienstagmorgen um 9 Uhr startete die Großrazzia. Die Staatsanwaltschaft München I hatte zuvor Durchsuchungsbeschlüsse beim Amtsgericht erwirkt. Die Beamten durchsuchten Mitarbeiterspinde im Restaurant sowie rund 50 private Objekte in Stadt und Landkreis München. Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler elektronische Speichermedien, Handys, Laptops und Bargeld sicher. Zusätzlich fanden sie geringe Mengen Betäubungsmittel und eine Langwaffe.
Ein Tatverdächtiger in Haft
Die Polizei traf 44 Tatverdächtige an und entließ sie nach den polizeilichen Maßnahmen wieder. Eine Person kam in die Haftanstalt des Polizeipräsidiums München. Ein Ermittlungsrichter prüft nun die Haftfrage. Die Ermittlungen richten sich gegen 45 Männer und fünf Frauen im Alter von 25 bis 69 Jahren. Sie haben überwiegend deutsche, vietnamesische oder kroatische Staatsangehörigkeit. Weitere 17 Nationalitäten sind vertreten. Den Tatverdächtigen drohen Anklagen wegen schweren Bandendiebstahls. Die Ermittlungen dauern weiterhin an.