WIESENFELDEN – Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat beim Unternehmerfrühstück der Gemeinde Wiesenfelden klare Forderungen an den Freistaat gestellt. Der Mittelstand braucht mehr Freiraum statt Bürokratie-Hürden, lautete seine zentrale Botschaft an Wirtschaftsvertreter, Bürger sowie Kommunal- und Landespolitiker.
Aiwanger besuchte parallel auch die Firma Ökokiste Donau-Wald, einen Bioladen und Lieferservice für frische, ökologisch erzeugte Lebensmittel in der Region Niederbayern und Oberpfalz. Das Unternehmerfrühstück bot Raum für den Austausch über zentrale Herausforderungen des Mittelstands und die Energiepolitik im östlichen Niederbayern.
Aiwanger: Staat muss Unternehmern den Weg ebnen
„Der Staat muss den Unternehmern den roten Teppich ausrollen, statt ihnen Steine in den Weg zu legen“, erklärte Aiwanger. Die Staatsregierung habe die Marschrichtung klar vorgegeben: „Jede Investition ist erwünscht, jede Betriebserweiterung ist erwünscht, jede Gewerbeansiedlung ist erwünscht.“
Die Behörden im Freistaat müssten diese Vorgabe umsetzen und dürften Brandschutz, Datenschutz und Umweltschutz nicht als Wirtschaftsbremse missbrauchen, forderte der Minister. Wo der Handlungsspielraum nicht ausreicht, müssten Gesetze angepasst werden. Zusätzlich verlangte Aiwanger eine drastische Reduktion des Bürgergelds und die Abschaffung der Erbschaftssteuer.
Energieversorgung und Mittelstandskrisen im Fokus
Beim Thema Energiepolitik plädierte Aiwanger für eine breite Aufstellung. Holz als nachwachsender und heimischer Rohstoff müsse konsequent als Energieträger genutzt werden. Bayern verfüge über mehr als 2.700 Biogasanlagen, die grundlastfähig seien und oft ganze Ortsteile mit Wärme versorgten. „Diese Anlagen müssen am Netz bleiben“, unterstrich Aiwanger.
Beim Ausbau der Windenergie sieht der Minister große Chancen, betonte aber die Notwendigkeit, die Bevölkerung einzubeziehen. Bayern plane, 1,8 Prozent der Fläche für Windenergie bereitzustellen. In der Region Donau-Wald liegt die Quote bei 1,4 Prozent.
Der Mittelstand kämpft mit vielfältigen Herausforderungen: Dekarbonisierung, Digitalisierung, demografischer Wandel und hohe Energiepreise belasten die Unternehmen. Laut BIHK-Konjunkturbericht vom Herbst 2025 beklagen rund 40 Prozent der Betriebe einen Auftragsmangel. 62 Prozent sehen das größte Risiko in der schwachen Inlandsnachfrage. Hinzu kommen internationale politische Konflikte, die ihre Spuren in der Wirtschaft hinterlassen.
