MÜNCHEN – Der Tierpark Hellabrunn freut sich über Nachwuchs bei den Faultieren. Das Jungtier kam vor wenigen Tagen zur Welt und markiert die Rückkehr des Nachwuchses nach drei Jahren. Das Tierpfleger-Team durfte bereits einen ersten Blick auf das kleine Faultier werfen, das derzeit eng an seiner Mutter klammert.
Mutter und Jungtier in wichtiger Anfangsphase
In den ersten Lebenswochen verbringt das Faultier-Baby den Großteil des Tages am Bauch seiner Mutter. Dort ruht es geschützt in luftiger Höhe und schläft zwischen 15 und 20 Stunden täglich. Über die gesamte mögliche Lebenserwartung von bis zu 40 Jahren hochgerechnet, verschlafen Faultiere etwa 34 Jahre ihres Lebens. Damit Mutter und Jungtier diese wichtige Zeit ungestört genießen können, verzichtet der Tierpark bewusst auf zusätzliche Störungen.
Erkundungen beginnen ab drei bis fünf Monaten
Mit zunehmendem Alter startet das Jungtier, seine Umgebung selbstständig zu erkunden. Ab drei bis fünf Monaten zeigt sich die natürliche Neugier des Tieres. In freier Natur bleiben Faultier-Babys etwa ein bis zwei Jahre an der Seite ihrer Mutter. Derzeit teilt sich die kleine Familie das Nashornhaus zu dritt – das Männchen bleibt bei Mutter und Kind und muss nicht getrennt werden.
Ob das Hellabrunner Faultier-Baby ein Weibchen oder Männchen ist, steht noch nicht fest. Die Geschlechtsbestimmung anhand äußerlicher Merkmale ist bei Faultieren kaum möglich. Ein medizinischer Check zur Klärung hat keine Eile. Weibchen erreichen die Geschlechtsreife mit etwa drei Jahren, Männchen erst mit vier bis fünf Jahren.
Besucher können mit Geduld das Jungtier entdecken
Besucher des Tierparks haben die Möglichkeit, das Jungtier in den kommenden Wochen zu entdecken. Wer Geduld mitbringt und aufmerksam schaut, könnte mit einem seltenen Anblick belohnt werden. Derzeit existiert nur ein einziges Foto des kleinen Faultiers.
Zweifinger-Faultiere leben in den Regenwäldern Mittel- und Südamerikas. Wie viele andere Tier- und Pflanzenarten leiden sie unter der Abholzung dieser Regionen und dem damit verbundenen Verlust ihres Lebensraumes. Die Tiere verbringen nahezu ihr gesamtes Leben an Ästen hängend in Bäumen. Aufgrund des geringen Nährwerts ihrer Nahrung – sie fressen hauptsächlich Blätter und selten Früchte – bewegen sie sich nur sehr langsam und wenig. Gute Schwimmer sind Faultiere jedoch, sofern sie mit Wasser in Berührung kommen. Die Aufzucht des Nachwuchses übernimmt bei Faultieren allein die Mutter.

