Donnerstag, 29.01.2026

MÜNCHEN – Erstmals rangiert auf dem Werksgelände in München-Steinhausen eine ferngesteuerte S-Bahn. Der Lokführer bewegt sie von einem Bedienplatz im Gebäude aus. Im Betrieb kann diese Innovation Laufwege ersparen und die Abläufe im Rangierbetrieb beschleunigen. So könnten Fahrzeuge schneller wieder in den Einsatz für Fahrgäste gehen und zu einem verlässlichen Betrieb beitragen.

Tests mit umgerüstetem Fahrzeug

Die Tests mit einem umgerüsteten Fahrzeug der Baureihe 423 liefern wichtige Grundlagen und Erkenntnisse für die weitere Entwicklung der Technik, für die Zulassung und die Anwendung von Remote Train Operation im alltäglichen Rangierbetrieb. Das mögliche Anwendungsfeld ist groß: Deutschlandweit sind rund 400 S-Bahnen der Baureihe 423 im Einsatz und der technische Ansatz wäre auf weitere Baureihen übertragbar.

Eine Million Euro investiert

Die DB hat für die Ausrüstung des Testfahrzeugs mit innovativer Technik des Zugherstellers Alstom und für den führerstandsähnlichen Bedienplatz rund eine Million Euro investiert. Dabei entstand für die notwendige Datenübertragung in Echtzeit außerdem ein eigenes 5G-Campus-Netz.

MÜNCHEN - 🚊 Premiere! S-Bahn fährt ferngesteuert per 5G - Lokführer sitzt im Büro! Rollout ab 2028 möglich! 📡
Foto Deutsche Bahn AG Thomas Kiewning

Van Zijderveld: „In vier Monaten umgesetzt“

„Züge per Fernsteuerung zu rangieren, kann unsere Mitarbeitenden entlasten und die Abläufe in unseren Werken erheblich beschleunigen“, wie Harmen van Zijderveld, DB-Konzernvorstand Regionalverkehr, laut Pressemitteilung der DB sagte. In nur vier Monaten hat die DB das Testsystem auf die Schiene gebracht: vom lokalen 5G-Netz bis zum Bedienplatz und der Technik im Zug.

Bernreiter: „Wichtige Grundlagen“

„Innovationen wie die ferngesteuerte S-Bahn zeigen, wie Digitalisierung den Bahnverkehr leistungsfähiger und zuverlässiger machen kann“, wie Staatsminister Christian Bernreiter laut Pressemitteilung sagte. Durch den Test sind hier in München wichtige Grundlagen gelegt und wertvolle Erkenntnisse für einen möglichen Rollout in der Zukunft gewonnen. Mit dieser erstmals in Bayern zum Einsatz kommenden Technologie könnten in Zukunft viele Rangierarbeiten von einem zentralen Arbeitsplatz effizient durchgeführt werden.

350 Rangierbewegungen täglich

Auf dem Werksgelände in München Steinhausen zählt die S-Bahn täglich rund 350 Rangierbewegungen: Die Fahrzeuge sind zur Reinigung oder in die Werkshalle rangiert und für den Betrieb bereitgestellt. Diese Fahrten könnten künftig über 5G-Verbindungen aus der Ferne gesteuert werden.

Rollout ab 2028 möglich

Ob und wann die Technik ausgerollt wird, hängt nun von der Finanzierung und eventuellen Fördermitteln für die weitere Entwicklung und Zulassung ab. Die für die Fernsteuerung benötigten Komponenten sind schon heute auf dem Markt verfügbar, eine Nachrüstung wäre technisch relativ schnell möglich: Finanzierung und Zulassung vorausgesetzt könnte der Rollout in München schon 2028 beginnen.

Teilen.