Die Bundesregierung plant milliardenschwere Entlastungen und Investitionen â auch zugunsten der Kommunen. FĂŒr FĂŒrths OberbĂŒrgermeister Thomas Jung birgt das neue Sondervermögen Chancen und Risiken zugleich. Im FĂŒrther Rathaus wird der Entwurf der finanzpolitischen Gesetze mit gemischten GefĂŒhlen aufgenommen.
Jung lobt ausdrĂŒcklich, dass der Bund erstmals eine veranlassungsbezogene KonnexitĂ€t umsetzt. Bedeutet: SteuerausfĂ€lle, die durch Bundesgesetze entstehen, sollen auch vom Bund kompensiert werden. FĂŒr die Jahre 2025 bis 2029 sollen Kommunen vollstĂ€ndig fĂŒr Mindereinnahmen entschĂ€digt werden â ein wichtiger Schritt fĂŒr die kommunale Planungssicherheit.
FĂŒrth hofft auf Milliarden fĂŒr Infrastruktur
Besonders erfreut zeigt sich der OberbĂŒrgermeister ĂŒber die geplante Bereitstellung eines 100 Milliarden Euro schweren Sondervermögens fĂŒr Investitionen. FĂŒr FĂŒrth erwartet er daraus bis zu 100 Milliarden Euro an Bundesmitteln â vor allem fĂŒr dringend notwendige MaĂnahmen bei Schulen, BrĂŒcken und der Stadthalle. Entscheidend sei dabei die zugesicherte Entscheidungsfreiheit vor Ort: Welche Projekte umgesetzt werden, bestimmen Stadt und Land selbst.
Jung mahnt jedoch zur ZurĂŒckhaltung. Die Investitionsmittel seien zwar willkommen, doch in FĂŒrth seien die Haushaltsreserven durch laufende Bauvorhaben nahezu ausgeschöpft. Euphorie sei daher unangebracht â auch wenn die Stadt derzeit auf einem Rekordniveau investiert und gleichzeitig Schulden abbaut.
Sorge ĂŒber die Bundespolitik wĂ€chst
Kritisch sieht der OB die gesamtstaatliche Entwicklung. Trotz positiver Perspektive in FĂŒrth warnt Jung vor einer âhemmungslosenâ Neuverschuldung auf Bundesebene. Andere StĂ€dte mĂŒssten neue Kredite aufnehmen, um ĂŒberhaupt investieren zu können. FĂŒr Jung steht fest: âDas ist eine Rechnung, die unsere Kinder und Enkel werden zahlen mĂŒssen.â
Die Zinslast fĂŒr den Bund steigt rapide: Allein 2026 sollen 30 Milliarden Euro fĂŒr Schuldzinsen fĂ€llig werden. Der OberbĂŒrgermeister fordert deshalb ergĂ€nzende MaĂnahmen. Neben den Investitionsmitteln brauche es auch nachhaltige Sparprogramme, damit das Sondervermögen nicht zur Schuldenfalle der Zukunft wird.
