KAUFBEUREN â Ein seltenes Jubiläum und ein bewegtes Leben: Schwester Regina Winter blickt auf 60 Jahre im Crescentiakloster zurĂźck â als Generaloberin, Erzieherin, Seelsorgerin und ZuhĂśrerin. Am Sonntag (12.10.2025) wurde sie im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes fĂźr ihr auĂergewĂśhnliches Engagement geehrt. Auch OberbĂźrgermeister Stefan Bosse, der als Kind in ihrem Kindergarten war, Ăźberbrachte persĂśnlich seine GlĂźckwĂźnsche.
Von Babenhausen ins Kloster â Mit 17 begann ihr Weg
Geboren in Babenhausen im Unterallgäu, wuchs Sr. Regina mit zwei Schwestern und einem Bruder auf. Ihr Vater hätte sie gern in der Bäckerei gesehen, doch nach der Begegnung mit den Franziskanerinnen im Internat entschied sie sich mit 17 Jahren fßr das Kloster. Trotz Heimweh und Selbstzweifeln fand sie ihre Berufung und legte 1965 die ewige Profess ab.
Klosterleitung mit Herz und Vision
Als 20. Nachfolgerin der Heiligen Crescentia prägte Sr. Regina das Crescentiakloster entscheidend: Sie war von 2002 bis 2016 dreimal zur Generaloberin gewählt und stellte sich groĂen Aufgaben â von der Sanierung des Klosters Ăźber die Erweiterung der Wärmestube bis zum Aufbau des Klosterladens. Besonders der Berggarten, inspiriert von ihrer Zeit in Assisi, wurde zu ihrem Herzensprojekt: Er ist heute ein Ort der Ruhe, Begegnung und Sommerkonzerte.
Engagement als Erzieherin und Seelsorgerin
15 Jahre lang war Sr. Regina als Erzieherin in St. Ulrich in Kaufbeuren tätig, neun Jahre in Nesselwang. Sie initiierte dort Umbauten und den Neubau des Kindergartens. Später absolvierte sie eine Ausbildung zur Klinikseelsorgerin und arbeitete im Krankenhaus Marktoberdorf. Die Arbeit mit Kindern und Familien war ihr stets ein Herzensanliegen.
Dankbarkeit und bewegende Begegnungen
Sr. Regina ist dankbar fĂźr viele erfĂźllende Momente, aber auch fĂźr die Kraft, schwierige Zeiten zu meistern. Sie erinnert sich an ihre Reise nach SĂźdafrika zur ReliquienĂźbergabe der Hl. Crescentia, an die Schirmherrschaft beim Tänzelfest oder an die vielen Kinder, die sie begleiten durfte. Besonders stolz ist sie auf OB Stefan Bosse, der ihr âKindergartenkindâ war und heute seit 20 Jahren die Stadt leitet.
Heute: ZuhĂśrerin, Helferin, geistliche StĂźtze
Seit ihrem RĂźckzug aus der Klosterleitung engagiert sich Sr. Regina in der Armenspeisung, Ăźbernimmt Fahrdienste und ist als ZuhĂśrerin fĂźr die Menschen da. Das Mutterhaus ist ihr Zuhause geblieben â ein Ort des Gebets, der Begegnung und des Trostes.
