Sonntag, 15.02.2026

FÜRTH – Eine neue Stiftung soll das Lebenswerk des verstorbenen US-Außenministers Henry Kissinger würdigen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) Wolfgang Ischinger und die Kissinger-Biographin Evi Kurz unterzeichneten am Rande der MSC eine Absichtserklärung zur Gründung der „Stiftung Henry Kissinger Haus Fürth“. Das Projekt ehrt den in Fürth geborenen Friedensnobelpreisträger, der bis zu seinem Tod 2023 eine der prägendsten Persönlichkeiten der internationalen Politik des 20. Jahrhunderts bleiben sollte.

Stiftung soll Völkerverständigung fördern

Die geplante Stiftung verfolgt ambitionierte Ziele. Sie soll Wissenschaft, Forschung und Bildung rund um Kissingers Lebenswerk unterstützen. Gleichzeitig möchte sie internationale Gesinnung, Toleranz und den Gedanken der Völkerverständigung fördern. „Henry Kissinger verkörpert wie kaum ein anderer die transatlantische Bindung zwischen Bayern und den USA“, sagte Innenminister Herrmann. „Mit einer Stiftung in seinem Namen sichern wir ihm gemeinsam ein Andenken und setzen einen Impuls dafür, an einer stabilen und sicheren Welt mitzuwirken.“

Dr. Florian Herrmann, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, betonte die historische Bedeutung des Vorhabens: „Henry Kissinger stand als Chefdiplomat in herausfordernden Zeiten für die Balance zwischen Stärke und Annäherung.“ Die Stiftungsinitiative soll den Wissenschafts- und Diskursstandort Bayern nachhaltig stärken.

Kissingers enge Verbindung zu Fürth und Bayern

Henry Kissinger verließ Fürth 1938, als die Nationalsozialisten Deutschland bedrohten. Er startete später in den USA eine außergewöhnliche Karriere als Außenminister und strategischer Denker. Dennoch blieb er zeitlebens seiner Heimatstadt und Bayern eng verbunden. Am 20. Juni 2023 feierte Kissinger seinen 100. Geburtstag in Fürth und hielt eine bewegende Rede: „Die Erinnerungen an meine Jugend haben mir durch schwierige Zeiten geholfen und mich in den konstruktiven Phasen meines Lebens inspiriert“, sagte er damals. „Als letzte Veranstaltung zu meinem 100. Geburtstag rundet sich der Kreis meines eigenen Lebens hier harmonisch ab.“

Wolfgang Ischinger würdigte Kissingers Engagement für die Münchner Sicherheitskonferenz: „Henry Kissinger nahm 1963 an der ersten Münchner Sicherheitskonferenz teil und blieb regelmäßiger Gast. 2009 erhielt er als erster Preisträger den von der MSC verliehenen Kleist-Preis.“ Für Ischinger persönlich sei Henry über Jahrzehnte hinweg „ein väterlicher Freund und strategischer Mentor“ gewesen.

Familie Kissinger unterstützt die Initiative

Evi Kurz, Kissingers Vertraute und Biographin, sieht die Stiftung als Zeichen der Versöhnung: „Ich bin glücklich, dass die Familie Kissinger der Stiftung nicht nur zustimmt, sondern David Kissinger, Henry Kissingers Sohn, sich auch aktiv in sie einbringen wird.“ Sie bekräftigte, dass Fürth der richtige Ort für dieses Anliegen ist.

Kissinger trug entscheidend zur Entspannung im Kalten Krieg bei und setzte sich für eine stabile Partnerschaft zwischen den USA und Deutschland ein. Seine politische Weitsicht und sein Wirken spiegeln den engen kulturellen Austausch im Rahmen der transatlantischen Beziehungen wider.

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