KULMBACH – Bayern hat heute ein hochmodernes Kompetenzzentrum für Strahlenschutz eröffnet. Der Neubau am Standort des Landesamts für Umwelt im Schloss Steinenhausen kostet rund 40 Millionen Euro und schafft verlässliche Strukturen für den Schutz der Bevölkerung. Mit dem neuen Zentrum entsteht neben Augsburg ein zweites gleichwertiges Strahlenschutzlabor im Freistaat.
Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte bei der Schlüsselübergabe die Bedeutung des Projekts: „Bayern stärkt konsequent den Schutz der Bevölkerung. Mit dem neuen Kompetenzzentrum für Strahlenschutz setzen wir auf modernste Messtechniken und Laborstandards. So schaffen wir verlässliche Strukturen für ein Höchstmaß an Sicherheit.“
Zentrale Aufgaben beim Kernkraftwerk-Rückbau
Das Kompetenzzentrum in Kulmbach übernimmt zentrale Aufgaben bei den Freigabemessungen im Zuge des Rückbaus der bayerischen Kernkraftwerke. Diese Aufgabe garantiert unabhängige Kontrollen und hohe Transparenz. Im neuen Labor führen Fachleute künftig die Messungen im Zusammenhang mit dem Kernkraftwerk-Rückbau durch. Dazu zählen insbesondere Freigabemessungen sowie die strahlenschutztechnische Überwachung des eingesetzten Personals.
Im Aufsichtslabor untersuchen Experten Proben, die bei den Kontrollen vor Ort im medizinischen und gewerblichen Bereich anfallen. Ein großer Teil der Proben stammt aus dem Rückbau der bayerischen Kernkraftwerke.
Umweltüberwachung und Notfallvorsorge
Die beiden Labore in Augsburg und Kulmbach agieren gleichrangig als sogenannte „IMIS-Landesmessstellen“. Sie überwachen die allgemeine Umweltradioaktivität und führen Messungen bei radiologischen Ereignisfällen durch. Dazu gehört auch die Untersuchung von Lebensmitteln, Futtermitteln und Umweltproben. Im Routinebetrieb untersuchen die Laboratorien jährlich rund 2.000 Umweltproben. Im Intensivbetrieb kann diese Zahl auf mehrere hundert Proben pro Tag ansteigen.
Moderner Neubau mit nachhaltiger Ausstattung
Der Neubau umfasst eine Gesamtfläche von rund 1.200 Quadratmetern und bietet 15 hochwertige Laborarbeitsplätze. Bei der Umsetzung berücksichtigten die Verantwortlichen die Belange des Denkmal- und Naturschutzes am Standort Schloss Steinenhausen. Gleichzeitig setzt das Zentrum auf nachhaltige Energieversorgung durch Geothermie und Photovoltaik. Am Standort Kulmbach arbeiten derzeit rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit dem neuen Kompetenzzentrum stellt Bayern die Notfallvorsorge zukunftssicher auf.

