Sonntag, 30.11.2025

MÜNCHEN – Der Chemiekonzern WACKER kündigte an, bis Ende 2027 1500 Stellen zu streichen. Der Großteil der Arbeitsplätze fällt in Deutschland weg. Das Unternehmen sieht sich aufgrund einer angespannten Geschäftslage zu diesem drastischen Sparkurs gezwungen.

Aiwanger: Deutschland am Scheideweg zur Deindustrialisierung

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger zeigt sich alarmiert: „Die Stellenstreichung bei WACKER zeigt: Deutschland steht am Scheideweg zur Deindustrialisierung. Der Green-Deal muss gestoppt werden, sonst verlieren Hunderttausende Industriearbeiter den Arbeitsplatz und Deutschland den Wohlstand.“

Der Minister kritisiert die EU-Politik scharf: „Es nutzt nichts mehr, wenn die Mitarbeiter der Firmen gegen die Unternehmensführung demonstrieren, sondern beide gemeinsam müssen nach Brüssel fahren und gegen die verfehlte EU-Politik demonstrieren und auch die Bundesregierung zu wirtschaftsfreundlicheren Rahmenbedingungen bewegen.“

CO2-Preise und Bürokratie ersticken Betriebe

Aiwanger führt täglich mehrere Gespräche mit Mitarbeitervertretern und Unternehmensführungen von Firmen, die hunderte und mehr Stellen abbauen müssen. „Die Produktion ist nicht ausgelastet und in Deutschland zu teuer“, so der Minister. Der Green Deal mit immer höheren CO2-Preisen und zusätzlich übertriebenen Vorschriften breche der Wirtschaft auf breiter Linie das Genick.

Besonders kritisiert Aiwanger die EU-Fördersystematik: „Es ist für den deutschen Steuerzahler nicht mehr akzeptabel, dass er mit seinen Steuergeldern die Verlagerung des eigenen Arbeitsplatzes beispielsweise nach Osteuropa finanziert, die wegen der EU höhere Fördergelder für Investitionen bezahlen dürfen als Deutschland.“

Chemiebranche unter enormem Druck

Die wirtschaftliche Lage der Chemieindustrie ist sehr angespannt, die Nachfrage am Markt schwach. Gleichzeitig verändert sich das Marktumfeld, der Wettbewerbsdruck ist hoch – insbesondere aus China. Die Bundesregierung und die EU-Kommission haben die Energiepreise explodieren lassen und ersticken Unternehmen in Bürokratie.

Bayern sucht neue Wege für Chemiestandort

Der Minister betont: „Wir wollen die Chemiebranche in Bayern erhalten und stärken. Gerade in dieser herausfordernden Zeit wird Bayern noch mehr gemeinsam mit Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Kommunen neue Wege suchen.“ Ende Januar findet dazu erneut ein vertiefender Austausch mit der Chemiebranche im Wirtschaftsministerium statt.

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