BAYERN – Innenminister Joachim Herrmann betonte nach dem großflächigen Stromausfall in Berlin, der mutmaßlich durch einen linksextremistischen Brandanschlag verursacht wurde: „Derzeit liegen unseren Sicherheitsbehörden keine konkreten Hinweise auf vergleichbare Anschlagspläne in Bayern vor. Dennoch ist die Vorbereitung auf mögliche Stromausfälle ein zentraler Bestandteil unserer Krisenvorsorge.“
Leuchttürme und SOS-Punkte geplant
Herrmann erläuterte, dass die Landratsämter, kreisfreien Städte und Gemeinden in Bayern verpflichtet sind, Notfallpläne vorzuhalten und regelmäßig zu aktualisieren. „Im Zuge der Energiekrise 2022/2023 haben wir umfangreiche Maßnahmen zum Bevölkerungsschutz umgesetzt. So sind in den bayerischen Gemeinden Anlaufstellen für die Bevölkerung in Krisenfällen – sogenannte ‚Leuchttürme‘ oder ‚SOS-Punkte‘ – konkret vorgeplant.“
Evakuierungspläne für 1.000 Personen
Bei einem langanhaltenden Stromausfall im Winter mit Frost seien nötigenfalls auch umfangreiche Evakuierungsmaßnahmen vorgesehen. Die örtlichen Evakuierungspläne beinhalten neben der kurzfristigen Belegung von Pensionen und Hotels auch die Einrichtung von notbeheizten Aufnahme- und Betreuungsstellen in Messen, Sport- und Veranstaltungshallen. Von allen 96 bayerischen Kreisverwaltungsbehörden sind Planungen für die Unterbringung von mindestens 1.000 Personen zu treffen.
20 Notstromgerätesätze bereits bereit
„Wir beschaffen derzeit weitere Notstromgerätesätze mit dem Ziel, mittelfristig alle 96 Kreisverwaltungsbehörden in Bayern auszustatten. Die ersten 20 Sätze mit Netzersatzanlagen, Lichtmasten und mobilen Stromerzeugern stehen bereits zur umgehenden Auslieferung bereit“, so Herrmann.
THW mit 600 Kilovoltampere Leistung
Zudem wird in enger Abstimmung mit dem THW-Landesverband Bayern die Ausstattung der 21 Fachgruppen Elektroversorgung des THW mit leistungsstarken Notstromaggregaten vorangetrieben. Diese verfügen über eine Gesamtleistung von über 600 Kilovoltampere und können Krankenhäuser oder Wasserversorgungsanlagen unterstützen.
Warnung vor Cyberangriffen
Herrmann wies zudem auf die zunehmenden Gefahren durch gezielte Sabotageakte oder Cyberangriffe auf die IT-Systeme von Stromversorgern hin. „Wir müssen uns für die wachsenden Herausforderungen noch gezielter wappnen und sicherstellen, dass unsere Kritische Infrastruktur bestmöglich geschützt ist.“
