MÜNCHEN – Die umfangreichen Baumaßnahmen der DB InfraGO im Jahr 2026 sowie in den Folgejahren prägen den Bahnverkehr im deutschen Streckennetz maßgeblich. In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben Westbahn und die Bayerische Regiobahn klare Forderungen an die DB InfraGO formuliert, damit Maßnahmen für bessere Planung, Koordination und operativer Umsetzung während der Sanierung der Bahninfrastruktur gesetzt werden.
Kurzfristige Baustellen sind Alltag
Westbahn-Geschäftsführer Thomas Posch und BRB-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann betonen: Die Sanierung und Modernisierung der Schieneninfrastruktur ist notwendig. Doch Intensität, Dauer und Umsetzung der Maßnahmen dürfen nicht zulasten der Reisenden gehen. „Kurzfristige Baustellen, fehlende Abstimmungen und unklare Zuständigkeiten. Das ist kein Ausnahmezustand, sondern gelebter Alltag“, wie Westbahn-Geschäftsführer Thomas Posch laut Pressemitteilung betont.
Drei zentrale Kernforderungen
Die Westbahn hat im Rahmen der Pressekonferenz drei zentrale Kernforderungen formuliert: Baustellen sind kein Überraschungs-Ei – es braucht mehr Vorlauf, frühzeitige Ankündigungen von Sanierungsmaßnahmen und klare Kommunikation. Planungssicherheit ist kein Würfelspiel – Bahnverkehr braucht Verlässlichkeit und einen Plan, der hält. Schluss mit Zuständigkeits-Pingpong – klare Verantwortungen statt Abstimmungschaos.
RE5 besonders betroffen
BRB-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann erläuterte am Beispiel der vielbefahrenen Strecke des RE5 München – Rosenheim – Salzburg die konkreten Auswirkungen. Diese ist bereits in 2026 aufgrund der Generalsanierung Nürnberg – Regensburg – Passau von Einschränkungen und Zugausfällen betroffen. Kommt dann in 2027 und 2028 die geplante Generalsanierung erst von Rosenheim bis Freilassing und anschließend von München bis Rosenheim, spitzt sich die Situation noch einmal zu.
Alternativvorschläge ohne Rückmeldung
Statt Vollsperrungen könnte auch mit Eingleisigkeit gebaut werden, was die Möglichkeit zu ausgedünnten Fahrplänen bietet. Die BRB hat zu den Planungen der DB InfraGo konkrete Alternativvorschläge eingereicht, die jedoch von den Verantwortlichen bislang ohne Rückmeldung blieben. „Man lässt uns am ausgestreckten Arm verhungern und verweigert uns einen zielgerichteten Dialog“, wie Schuchmann laut Pressemitteilung sagte.
Fahrgastinfo muss neu gedacht werden
Beim geplanten Schienenersatzverkehr für den RE5 organisiert die DB InfraGo zwar die benötigten Busse, jedoch soll die BRB unter anderem Beschwerden beantworten, obwohl sie keinen direkten Kontakt zu den Busunternehmen hat. Arnulf Schuchmann fordert daher: „Fahrgastinfo muss neu gedacht und schneller, flexibler sowie verlässlicher im Sinne unserer Fahrgäste werden“, wie er laut Pressemitteilung sagte.

