DEUTSCHLAND – Millionen gesetzlich Versicherte müssen 2026 mehr für ihre Krankenkasse zahlen. Grund ist der sogenannte Zusatzbeitrag – ein Extra-Aufschlag auf den festen Beitrag von 14,6 Prozent, den jede Krankenkasse selbst festlegt. Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich die Kosten, doch unterm Strich bleibt bei vielen weniger Netto vom Lohn.
Fast jeder zweite Versicherte betroffen
Zum Jahreswechsel haben 42 von 96 Krankenkassen ihren Zusatzbeitrag erhöht. Damit ist fast jeder zweite Versicherte betroffen – insgesamt mehr als 30 Millionen Menschen. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag liegt inzwischen bei rund 2,9 Prozent, Tendenz weiter steigend.
BKK EWE mit stärkstem Anstieg
Den stärksten Anstieg verzeichnete die Betriebskrankenkasse EWE: Der Zusatzbeitrag sprang von 1,98 auf 3,19 Prozent. Das ist ein Plus von 1,21 Prozentpunkten – der höchste Wert im gesamten Vergleich. Ebenfalls kräftig fiel die Erhöhung bei der BKK exklusiv aus, die ihren Zusatzbeitrag von 2,39 auf 3,49 Prozent anhob.
144 Euro Mehrbelastung pro Jahr
Wenn das Einkommen beispielsweise bei 3.000 Euro brutto im Monat liegt, können schon kleine Unterschiede beim Zusatzbeitrag viel Geld aufs Jahr gerechnet ausmachen. Beispiel: Der Zusatzbeitrag bei der AOK Bremen/Bremerhaven steigt von 2,49 Prozent auf 3,29 Prozent. Bei einem Arbeitnehmer mit 3.000 Euro Bruttolohn bleiben 12 Euro weniger netto pro Monat. Aufs Jahr gerechnet ergibt sich eine Mehrbelastung von 144 Euro.
Sonderkündigungsrecht nutzen
Steigt der Zusatzbeitrag der Krankenkasse, haben Versicherte in der Regel ein Sonderkündigungsrecht. Das bedeutet, sie können innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe der Erhöhung kündigen. Deshalb lohnt es sich, vergleichbare Versicherungsanbieter zu prüfen, die niedrigere Beiträge verlangen – ohne dass man auf Gesundheitsleistungen verzichten muss. Bei einem Wechsel sollten Versicherte auf Service und Zusatzleistungen achten: Manche Kassen bieten Extras wie Bonusprogramme oder Gesundheitskurse an.

