AUGSBURG – Bischof Bertram Meier weihte vier junge Männer zu Diakonen und mahnte dabei vor klerikaler Selbstdarstellung.
AUGSBURG – Vier junge Männer empfingen am Samstag durch Bischof Dr. Bertram Meier die Diakonenweihe in der bis auf den letzten Platz gefüllten Basilika St. Ulrich und Afra. Jonas Eger aus Kempten, Alexander Grotz aus Thierhaupten, Fabian Hotter aus Hochaltingen und Daniel Ulbrich aus Gomaringen erhielten durch Handauflegung und Gebet die Weihe. Der Bischof ermutigte sie dabei, als Träger eines Schatzes Jesus und seine Botschaft zum Strahlen zu bringen.
Neben den Familien und Freunden der Weihekandidaten begrüßte Bischof Meier zu Beginn der knapp zweistündigen Feier mehr als 100 Ministrantinnen und Ministranten. Das berichtet die Pressestelle des Bistums Augsburg.
Der Bischof startete seine Predigt mit einem Rückblick auf seine eigenen Weihen. Er deutete das Bild, ausgestreckt mit dem Gesicht zur Erde auf dem Boden zu liegen, als zentrales Symbol für die Verfügbarkeit des Diakons. Dieser Moment gehe "unter die Haut" und zeige die Wahrheit über den Platz des Diakons auf: "Nicht hoch hinaus, sondern unten am Boden."
Anstatt vermeintliche Stärke zu demonstrieren, rief Bischof Meier dazu auf, sich die eigene Zerbrechlichkeit einzugestehen. Er verdeutlichte dies mit dem Pauluswort: "Diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen."
Gleichsam warnte der Bischof vor klerikaler Selbstdarstellung und Machtstreben. Er mahnte, Gott möge die Kirche vor den "Machern" und Strategen bewahren, die alles im Griff haben wollen. Die Diakone sollten nicht "religiöse Routiniers oder Funktionäre" sein, sondern "Schatzträger mit Herz", in denen das Evangelium Jesu Christi strahlt.
Das Ziel des Dienstes sei es allein, Jesus und seine Botschaft zum Leuchten zu bringen. Die eigene Person oder Machtinteressen dürften nie in den Vordergrund rücken.
Kritisch setzte sich Bischof Meier mit dem Thema Macht in der Kirche und dessen Missbrauch auseinander. Er griff dabei Impulse des innerkirchlichen Reformprozesses auf. Der Bischof forderte dazu auf, Machtstrukturen nicht "wegzuspiritualisieren" oder hinter frommen Floskeln zu kaschieren.
Da der Weg in der Regel vom Diakon zum Dienstvorgesetzten führe, sei Transparenz unerlässlich, um Missbrauch vorzubeugen. "Wahre Größe zeigt sich darin, dass ich andere in meiner Umgebung groß entwickeln lasse. Das ist nicht Schwäche, sondern Stärke", betonte Bischof Meier.
Bezugnehmend auf das Evangelium konkretisierte der Bischof die "Dienstanweisung" für die Neugeweihten. Sie seien gerufen, dorthin zu gehen, wo Menschen übersehen oder abgeschrieben sind. Er stellte die provokante Frage, ob die Sorge um die Armen nur "grundsätzlich" bestehe oder tatsächlich im Alltag gelebt werde.
Mit Verweis auf Papst Franziskus forderte er die Kandidaten auf, an die Ränder zu gehen. Wie es auf einer Spruchkarte der Schweizer Caritas stehe: "Wo die am Rande sind, da ist die Mitte."
Derzeit befinden sich die vier Männer im zweijährigen Pastoralpraktikum in verschiedenen Pfarreiengemeinschaften des Bistums. Jonas Eger (25) aus Kempten absolviert sein Praktikum in der Pfarreiengemeinschaft St. Ulrich und Afra/St. Anton in Augsburg. Alexander Grotz (29) aus Thierhaupten ist in der Pfarreiengemeinschaft Aschberg tätig.
Fabian Hotter (25) aus Hochaltingen verbringt sein Praktikum in der Pfarreiengemeinschaft Neu-Ulm. Daniel Ulbrich (26) aus Gomaringen ist in der Pfarreiengemeinschaft Mindelheim im Einsatz. Alle vier studierten Theologie in Augsburg und Rom.
Zu den Aufgaben eines Diakons gehören unter anderem die Taufe zu spenden, bei der Eucharistie zu helfen, der Eheschließung zu assistieren, das Evangelium zu verkünden und sich caritativen Diensten zu widmen.