Salamander, Delfine, wilde Pferde: Am 24. Mai kämpft Nürnbergs Tiergarten für bedrohte Arten. Fünf Schutzprojekte, ein Ziel.
NÜRNBERG - Zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt öffnet der Tiergarten Nürnberg am Sonntag, dem 24. Mai 2026, seine Tore für einen besonderen Artenschutztag. Von 11 bis 15 Uhr lädt der Tiergarten auf der Wiese gegenüber dem Wüstenhaus zu Kurzvorträgen und einer Ausstellung ein - kostenlos im regulären Eintritt enthalten und ohne Anmeldung.
Im Mittelpunkt stehen fünf laufende Schutzprojekte des Tiergartens und seiner internationalen Partner. Das Engagement reicht von der kasachischen Steppe bis nach Lateinamerika. Den Auftakt macht um 11:30 Uhr ein Vortrag über Kulane und Przewalski-Pferde: Seit 2011 unterstützt der Tiergarten gemeinsam mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt deren Wiederansiedlung in Kasachstan - denn als große Pflanzenfresser sind sie entscheidend für den Erhalt ganzer Ökosysteme.
Um 12:30 Uhr rückt ein heimisches Tier in den Fokus: der Feuersalamander. Krankheiten, zunehmende Trockenheit und der Straßenverkehr machen dem schwarz-gelben Lurch schwer zu schaffen. Gemeinsam mit dem BUND Naturschutz in Bayern und weiteren Naturschutzorganisationen arbeitet der Tiergarten daran, die Art zu erhalten.
Ein weiteres Thema des Tages ist die Afrikanische Schweinepest, die in Südostasien gleich zwölf endemische Schweinearten bedroht – rund zwei Drittel aller Schweinearten weltweit. Mit internationalen Partnern treibt der Tiergarten Schutzmaßnahmen voran: von Zucht- und Auffangstationen über Feldforschung bis hin zur Entwicklung von Impfstoffen.
Um 14:30 Uhr dreht sich alles um Meeressäuger. Die in Nürnberg ansässige Artenschutzgesellschaft YAQU PACHA e.V. engagiert sich seit 1992 für bedrohte Wale und Delfine Lateinamerikas – ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Franciscana-Delfin, der bedrohtesten Delfinart Südamerikas.
Ergänzend zur Veranstaltung gibt es eine Ausstellung über ein ganz besonderes Projekt: Der Tiergarten Nürnberg ist derzeit der einzige Zoo im Europäischen Zooverband EAZA, dem die Zucht von Harpyien gelingt. Seit September 2024 koordiniert er das neu eingerichtete Europäische Erhaltungszuchtprogramm für die imposanten Greifvögel.
Kurator Dr. Lorenzo von Fersen bringt das Engagement des Tiergartens auf den Punkt: Seit Jahrzehnten engagiere sich der Zoo weltweit für den Artenschutz - mit Forschung, Erhaltungszucht und Umweltbildung. Der Artenschutztag solle einen Teil dieser Arbeit sichtbar machen. Wer das Engagement darüber hinaus unterstützen möchte, hat seit Kurzem eine einfache Möglichkeit: Im Online-Ticketshop des Tiergartens lässt sich ein freiwilliger Artenschutzeuro zukaufen, der direkt in laufende Projekte fließt.
Die Veranstaltung ist Teil eines stadtweiten Programms zum Internationalen Tag der Biodiversität, der seit 25 Jahren jährlich am 22. Mai stattfindet.