Tödliche Begegnung auf der Alm: Diese zehn Regeln schützen Wanderer vor gefährlichen Kuh-Attacken in den Bergen.
Die Berge rufen im Frühling zahlreiche Wanderer in die Natur. Doch während die Menschen die Höhenwege erkunden, grasen auf vielen Almen und Weiden bereits Kühe, die nach der Winterpause wieder im Freien sind. Oft gibt es keine Zäune und Wanderpfade führen direkt durch die Weideflächen. Wie schnell solche Begegnungen tragisch enden können, zeigt ein aktueller Fall aus Österreich: Eine Wanderin verlor nach der Attacke einer Kuhherde ihr Leben, ihr Mann liegt schwerverletzt im Krankenhaus. Die Tierschutzorganisation PETA reagiert darauf mit wichtigen Verhaltensregeln.
Lisa Kainz von PETA erklärt, dass Kühe normalerweise friedliche Tiere sind. Dennoch können Begegnungen mit ihnen gefährlich enden, wenn Wanderer sich falsch verhalten. Die Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie hat deshalb zehn zentrale Regeln zusammengestellt, die Menschenleben retten können. "Niedliche Kälbchen wirken harmlos, doch ihre Mütter reagieren extrem auf vermeintliche Bedrohungen", warnt Kainz. Besonders Hunde lösen bei Weidevieh oft Panik aus und können gefährliche Situationen herbeiführen.
Wanderer mit Hunden sollten Weiden möglichst großräumig meiden. Lässt sich das nicht vermeiden, gehört der Vierbeiner unbedingt an die Leine. Im Fall einer Attacke rät PETA jedoch zum Gegenteil: Den Hund sofort freilassen, damit er fliehen kann, während der Mensch sich ebenfalls in Sicherheit bringt.
Gekennzeichnete Pfade sollten keinesfalls verlassen werden. Über Zäune klettern oder mitten durch Herden marschieren ist tabu. Beim Vorbeigehen an Rindern hilft lockeres Auftreten ohne direkten Blickkontakt - das nimmt den Tieren die Angst vor Gefahr. Futter kann Streit in der Herde auslösen, bei dem Menschen schnell zwischen die Fronten geraten. Noch gefährlicher: Kälber locken oder berühren. Mutterkühe verteidigen ihren Nachwuchs notfalls mit aller Kraft.
Lautes Rufen oder hektische Bewegungen verunsichern selbst entspannte Tiere. Fühlen sie sich in die Enge getrieben, schlagen sie möglicherweise zu. Wanderer sollten stets Fluchtmöglichkeiten für die Tiere offenlassen. Nicht jede Kuh, die sich nähert, plant einen Angriff. Kritisch wird es, wenn ein Rind den Kopf senkt, Menschen anstarrt, mit den Hufen scharrt oder schnaubt. Dann droht akute Gefahr - besonders bei Bullen, die ihre Herde beschützen.
Wer bedrängt wird, sollte auf keinen Fall zu Boden gehen oder panisch davonrennen. Besser: Ruhig bleiben, langsam rückwärtsgehen und dem Tier weder den Rücken zukehren noch in die Augen blicken. Wer falsche oder leichtsinnige Verhaltensweisen beobachtet, kann eingreifen und aufklären. Aus sicherer Entfernung lassen sich die Tiere außerdem stressfrei beobachten und bewundern.
Die Verhaltensregeln beschränken sich nicht nur auf Rinder. Auch bei Schafen und Ziegen auf Weiden sollten Wanderer diese Vorsichtsmaßnahmen beachten, betont PETA.