DEUTSCHLAND – Mieten in deutschen Mittelstädten sind in vier Jahren um bis zu 20 Prozent gestiegen, bleiben aber günstiger als in Großstädten.
DEUTSCHLAND – Die Mieten in deutschen Mittelstädten haben sich in den vergangenen vier Jahren drastisch verteuert. Eine aktuelle Analyse von immowelt zeigt: 97 von 120 untersuchten Städten verzeichnen Mietanstiege von mindestens zehn Prozent. Für die Analyse verglich immowelt die durchschnittlichen Angebotsmieten von Bestandswohnungen mit 75 Quadratmetern, drei Zimmern, im ersten Stock und Baujahr 1990er-Jahre zum 1. April 2026 und 2022 miteinander.
Wie immowelt berichtet, stiegen die Angebotsmieten für Bestandswohnungen seit 2022 um bis zu 20 Prozent. Die Verteuerung erfolgte vor dem Hintergrund der allgemeinen Teuerung seit dem Ukraine-Krieg vor vier Jahren. Die Inflationsrate lag im selben Zeitraum bei rund 15 Prozent.
"Die hohe Nachfrage nach Mietwohnungen bei gleichzeitig begrenztem Angebot sorgt in vielen Mittelstädten für spürbare Mietanstiege", erklärt immowelt-CEO Theo Mseka. Hinzu kommen die stark gestiegenen Kosten für Handwerker, die viele Vermieter belasten. Die Handwerkerpreise erhöhten sich sogar um 28 Prozent. Trotz der deutlichen Anstiege profitieren Wohnungssuchende in vielen Mittelstädten weiterhin von günstigeren Mieten als in teuren Großstädten. Mseka betont das weiterhin vorhandene Sparpotenzial gegenüber den hochpreisigen Metropolen.
Besonders im Einzugsgebiet von München zeigt sich das Sparpotenzial deutlich. Suchende zahlen im Schnitt fast 21 Euro pro Quadratmeter für eine Bestandwohnung. Dagegen kosten Angebotsmieten in Rosenheim nur 11,29 Euro. Das entspricht einem Plus von 13,1 Prozent seit 2022.
In Landshut zahlen Mieter durchschnittlich 10,87 Euro pro Quadratmeter – ebenfalls nur rund halb so viel wie in München. Beide Mittelstädte befinden sich weniger als eine Zugstunde von der bayerischen Landeshauptstadt entfernt.
Die deutlichsten Mietpreissteigerungen seit 2022 zeigen sich in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Castrop-Rauxel weist mit 20,0 Prozent das stärkste Plus aller untersuchten Städte auf. Mit einer durchschnittlichen Angebotsmiete von 7,33 Euro pro Quadratmeter bleibt die Ruhrgebietsstadt aber weiterhin erschwinglich.
Fast genauso stark verteuerten sich Mietwohnungen in Bocholt (8,75 Euro) und Kleve (8,42 Euro) in Nordrhein-Westfalen sowie in Nordhorn (8,52 Euro) in Niedersachsen. Alle drei Städte verzeichnen ein Plus von jeweils 19,9 Prozent. Die Grenznähe zu den Niederlanden macht diese Orte für grenzüberschreitende Pendler attraktiv.
Das Mietpreisranking der 120 untersuchten Mittelstädte von immowelt führt Bad Homburg vor der Höhe an. Die Angebotsmiete in der wohlhabenden Kurstadt im Frankfurter Speckgürtel beträgt durchschnittlich 13,09 Euro pro Quadratmeter. Dahinter folgen Konstanz am Bodensee mit 12,88 Euro und Sindelfingen mit 12,52 Euro. Die billigsten Preise sind in ostdeutschen Mittelstädten zu finden. Die niedrigste Angebotsmiete liegt mit 5,83 Euro in Plauen. In Zwickau zahlen Mieter 6,15 Euro und im thüringischen Gera 6,18 Euro pro Quadratmeter.
Ob Mittelstadt oder Metropole - klar ist: Der Druck auf dem Mietmarkt bleibt deutschlandweit spürbar. Solange Angebot und Nachfrage so weit auseinanderklaffen, dürfte eine Entspannung der Lage vorerst nicht in Sicht sein.