MINTRACHING – Eine Frau brachte ein fiependes Rehkitz nach Hause. Das Tier starb, weil die Mutter es wegen Fremdgeruch nicht mehr annahm.
MINTRACHING - Eine 52-jährige Deutsche aus Mintraching rief am Mittwoch, 29. April 2020, gegen 20 Uhr den Notruf und meldete ein fiependes Rehkitz im Gras. Wie die Polizeiinspektion Neutraubling berichtet, nahm die Frau das etwa eine Woche alte Tier mit nach Hause. Der verständigte Jagdpächter stellte vor Ort fest, dass das unverletzte Rehkitz bereits abtransportiert war.
Der Jagdpächter wies die 52-Jährige sofort an, das Rehkitz an den Fundort zurückzubringen. Bei einer späteren Kontrolle entdeckten die Beteiligten jedoch das verstorbene Tier.
Experten gehen davon aus, dass die Rehmutter ihr Junges wegen des menschlichen Geruchs nicht mehr annahm. Dadurch erhielt das Rehkitz keine Nahrung und Pflege mehr. Die Polizeiinspektion Neutraubling leitete gegen die Frau ein Ermittlungsverfahren wegen Jagdwilderei ein.
Rehkitze liegen in der Setzzeit von April bis Juli oft reglos im Gras. Die Behörden raten, bei solchen Entdeckungen Fachstellen wie Jäger oder den Notruf zu informieren. Finder sollten Abstand halten und die Umgebung verlassen, da die Mutter meist von selbst zurückkehrt. Das Berühren der Tiere birgt die Gefahr, dass sie wegen des Fremdgeruchs von der Mutter verstoßen und nicht mehr versorgt werden.