PRIEN AM CHIEMSEE - Naturschutzeinsatz am Samstag (25.07.2026)! Polizei ahndet über 70 Verstöße am Chiemsee und Simssee - von Nacktbaden bis verbotenes Baden.
PRIEN AM CHIEMSEE - Ein gemeinsamer Naturschutzeinsatz rund um den Chiemsee und den Simssee hat am Samstag, den 25. Juli, mehr als 70 Verstöße gegen naturschutzrechtliche Bestimmungen zutage gebracht. Polizei, Staatsanwaltschaft, Naturschutzbehörden, Fischereiaufsicht und Chiemsee-Ranger kontrollierten bei bestem Sommerwetter zahlreiche Besucherinnen und Besucher - zu Wasser und an Land.
Die Bilanz des Einsatztages ist vielfältig: 23 Radfahrer wurden mündlich verwarnt, weil sie Fußwege befuhren. Sieben Ordnungswidrigkeitenanzeigen gab es wegen unzulässigen Aufenthalts in ausgewiesenen Ruhezonen, 20 weitere Personen erhielten Platzverweise. Am „Rottspitz" in der Gemeinde Übersee mussten 25 Personen wegen unerlaubten Nacktbadens verwarnt und zum Ankleiden aufgefordert werden. Drei Hundehalter wurden wegen Verstößen gegen die Leinenpflicht ermahnt, zwei Personen wegen zurückgelassenem Müll. Dazu kamen zwei Verkehrsordnungswidrigkeiten wegen verbotswidrigen Parkens auf Grünflächen sowie zwei weitere Fälle wegen unerlaubten Befahrens einer Naturschutzzone mit Kraftfahrzeugen. Die Fischereiaufsicht stellte zwei fischereirechtliche Verstöße fest.
Besonders uneinsichtig zeigte sich ein Stand-up-Paddler am Simssee: Der Mann trieb im Schilfgürtel des Naturschutzgebietes Simssee Südufer mit Badeverbot, knickte dabei Halme ab und lachte die kontrollierenden Beamten aus. Ihn erwartet nun ein empfindliches Bußgeld. Am Simssee wurden außerdem fünf Meldungen über Boote im Schilf- und Seerosenbereich an das Landratsamt Rosenheim weitergeleitet sowie zwei Anzeigen wegen Badens in einer naturschutzrechtlichen Verbotszone erstattet.
Trotz der Verstöße fällt die Gesamtbilanz positiv aus: Die überwiegende Mehrheit der Besucherinnen und Besucher hielt sich an die Regeln und zeigte Verständnis für den Naturschutz. Die Polizei betont, dass die geltenden Regelungen dem Schutz sensibler Tier- und Pflanzenwelt dienen - gerade in den Sommermonaten, wenn Brut-, Rast- und Rückzugsgebiete besonders störungsanfällig sind. Weitere Kontrollen sollen folgen.