GREDING – Tragischer Unfall auf der A9 in der Nacht auf Dienstag (16.12.2025). Ein Fahrer schlich mit 30 Stundenkilometern ĂŒber die Autobahn, beschleunigte plötzlich und krachte in einen Lastwagen. Sein Auto fing Feuer und verkeilte sich unter dem Auflieger. Polizisten und Ersthelfer kĂ€mpften verzweifelt gegen die Flammen – vergeblich. Der Mann verbrannte in seinem Wagen.
Seltsames Fahrzeug auf A9 gemeldet
Verkehrsteilnehmer meldeten gegen 1:15 Uhr in der Nacht auf Dienstag ein seltsames Fahrzeug auf der A9 in Fahrtrichtung MĂŒnchen. Ein Auto schlich mit 30 Stundenkilometern ĂŒber die Autobahn. Eine Streife der Verkehrspolizeiinspektion Feucht fand das Fahrzeug etwa 20 Minuten spĂ€ter zwischen Hilpoltstein und Greding. Die Beamten machten sich bemerkbar – der Fahrer beschleunigte.
Polizei wollte Fahrzeug auf A9 anhalten – Fahrer beschleunigte
„Die Beamten haben sich dann dazu entschlossen, das Fahrzeug anzuhalten, haben sich vor das Fahrzeug gesetzt. Das Fahrzeug hat dann weiterhin beschleunigt. Die Beamten sind auf die Mittelspur ausgewichen, weil der Fahrer keine Anstalten gemacht hat zu bremsen“, erklĂ€rt Michael Konrad, Pressesprecher des PolizeiprĂ€sidiums Mittelfranken. Sekunden spĂ€ter krachte der Wagen in einen Lastwagen.

Auto verkeilte sich unter Auflieger
Der Aufprall war heftig. Das Auto verkeilte sich unter dem Auflieger des Lastwagens. Dann das Inferno: Flammen schlugen aus dem Wagen. Die beiden Polizisten rannten zum brennenden Wrack, rissen ihre Feuerlöscher aus den Halterungen. Ersthelfer stoppten, schnappten sich ebenfalls Feuerlöscher. Sie alle kÀmpften verzweifelt gegen die Flammen.
„Die Beamten und auch Ersthelfer haben hier noch versucht, mit Feuerlöschern die Flammen zu bekĂ€mpfen. Das war leider erfolglos. Es ist leider auch nicht gelungen, den Mann aus dem Auto zu befreien“, sagt Konrad. Der Mann im Auto hatte keine Chance. Die Flammen fraĂen sich durch den Wagen, zu viel Energie, zu wenig Löschmittel. „FĂŒr ihn kam hier jede Hilfe zu spĂ€t.“
Feuerwehr: „Das ist scheiĂe“
Egbert Petz, Kreisbrandinspektor im Landkreis Roth, erreichte die Einsatzstelle mit der Feuerwehr. „Wie die ersten KrĂ€fte angerĂŒckt sind, war der Auto unter dem Lastwagen eingeklemmt, aber beide schon im Vollbrand“, berichtet er. „Ja, du denkst, das ist scheiĂe, dir ist aber im Vornherein klar, dass du eigentlich, wenn das wirklich so ist, wie es dem Lagebild entspricht, nicht mehr viel machen kannst.“

KĂŒhl-Lastwagen erschwerte Löscharbeiten
Die Feuerwehrleute kĂ€mpften sich an das brennende Wrack heran. Der Lastwagen ist ein KĂŒhlfahrzeug mit Isolierung – das machte das Löschen noch schwieriger. „Aufgrund der Tatsache, dass es sich um einen KĂŒhl-Lkw handelt, der auch noch mit Isolierung umgeben ist, da hat man einfach keine Chance mehr gehabt, das dann auszubringen mit Feuerlöscher“, erklĂ€rt Petz. Die Feuerwehr löschte das Inferno. Beide Fahrzeuge standen in Flammen, bis die EinsatzkrĂ€fte das Feuer unter Kontrolle brachten.
Die beiden Polizisten, die als Erste am brennenden Auto waren, erlitten eine Rauchgasvergiftung. Sie kamen ins Krankenhaus, es geht ihnen soweit gut. „In dem Fall waren es Polizisten, die zufĂ€lligerweise wohl mit vor Ort waren. Aber Ersthelfer sind prinzipiell sehr, sehr wichtig, weil als Ersthelfer kann man nichts falsch machen. Die Eigensicherheit geht natĂŒrlich immer vor, das ist klar“, sagt Stefan Leuthold, Einsatzleiter Rettungsdienst.
IdentitÀt zunÀchst unklar
Was bleibt, sind verkohlte Wracks auf der A9. Das Auto ist unter dem Lastwagen eingekeilt, durch die Hitze teilweise verschmolzen. Die IdentitĂ€t des Toten ist zunĂ€chst unklar. „Wir gehen davon aus, dass es ein Mann ist. Aber ĂberprĂŒfungen hier laufen noch. Sicher sein können wir letztlich nur, wenn wir die IdentitĂ€t zweifelsfrei feststellen, nötigenfalls ĂŒber ein rechtsmedizinisches Gutachten“, erklĂ€rt Konrad.
Warum fuhr er mit 30 km/h ĂŒber die A9?
Die groĂe Frage: Warum fuhr der Mann mit 30 Stundenkilometern ĂŒber die Autobahn? Warum beschleunigte er, als die Polizei ihn anhalten wollte? Ein UnfallsachverstĂ€ndiger misst Spuren aus, sichert Beweise. Die Polizei hat Zeugen aus erster Hand – die beiden Beamten waren live dabei.
Die Bergung des Unfalls zog sich hin. „Wir brauchen jetzt einen Bergedienst mit einem Autokran und einer ordentlichen Seilwinde oder Zugwinde. Und dann mĂŒssten wir das Ganze auseinanderziehen. Mit Bergedienst, mit THW, mit allem, was da ist, und dann kriegen wir das hin“, sagt Petz. Die A9 in Fahrtrichtung MĂŒnchen blieb stundenlang voll gesperrt. Der Verkehr staute sich, Lastwagen standen dicht an dicht. Die Polizei leitete an der Anschlussstelle Hilpoltstein aus.
PSNV fĂŒr EinsatzkrĂ€fte nach Unfall vor Ort auf der A9
FĂŒr die EinsatzkrĂ€fte ist der Anblick schwer zu verarbeiten. Ehrenamtliche Helfer versorgten sie mit warmen GetrĂ€nken. „Es ist natĂŒrlich kein schöner Anblick, was man jetzt dann da vorne sieht. Und es besteht aber dann fĂŒr jeden Feuerwehrmann die Möglichkeit ĂŒber die PSNV, also Psychosoziale Notfallversorgung, sich da Rat und UnterstĂŒtzung zu holen“, erklĂ€rt Petz. Auch Notfallseelsorger waren vor Ort. Ein Mann ist tot, verbrannt in seinem Auto auf der A9. Die Ermittlungen zur Ursache des Unfalls laufen.

